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An Papa... – Die Feder des Monats #3 | 2024

An Papa...

An Papa…

Das Leben hat Dich reich beschenkt,
Du hast es voll genossen.
Nun hat der Vorhang sich gesenkt,
die Augen sind geschlossen.

Das Atmen fiel seit langem schwer,
Dein Antlitz wurde blasser.
Das Herz war alt und konnt‘ nicht mehr,
die Lunge voll mit Wasser.

Ich blicke stumm in Dein Gesicht,
ich steh‘ und bin betroffen.
Die Pumpe tat’s am Ende nicht.
Der starre Mund steht offen.

Die grüne App, sie warnte mich,
ich fuhr im schwarzen Wagen.
Nun liegst Du da, als hätte Dich
‘ne Riesenhand erschlagen.

Ganz leis‘ erklingt ein Geigenspiel
von Ferne in den Ohren.
Am Ende war’s ein Kampf zu viel:
Der Letzte ging verloren.

Ich war schon auf dem Weg zu Dir,
durch Regen, Wind und Pfützen.
Ich kam zu spät. Verzeihe mir.
Ich wollte Dich beschützen.

Nun liegst Du still im kühlen Bett,
es brennen weiße Kerzen.
Du bleibst bei mir, von A bis Z:
Stets liebevoll im Herzen!
Dieser Wettbewerb ist abgeschlossen und ausgezählt. Die Autoren sind bekannt, Kommentare sind freigeschaltet.
Ergebnis anzeigen

Kommentare (27)

Tender Spirit ·
Herzliche Gratulation zu deinem 2. Platz. Hat mir sehr gut gefallen.
Doscho ·
Hat mir fast die Tränen in die Augen gedrückt.... Vielen Dank für dieses tolle und berührende Gedicht!
Cornelius ·
Sehr berührend, lieber Georg. Man kennt dich ja eher als Meister humoristischer Verse, da ist es recht überraschend, diese Seite an dir kennenzulernen. Wenn man genauer zwischen den Zeilen liest, trägt freilich auch dieses Gedicht deine Handschrift. Gratulation zum zweiten (eigentlich anderthalbten) Platz!

Gruß Cornelius
Josina ·
Herzlichen Glückwunsch zum zweiten Platz lieber Georg.
Dein Gedicht hat mich sehr berührt und gehörte zu meinen Favoriten.
Es grüßt dich
Josina
Elisabetta Monte ·
Lieber Georg,
herzlichen Glückwunsch zu diesem berührenden Gedicht ❤️. Liebevolle Verse, die nicht weiter kommentiert werden müssen.
Elisabetta
SalSeda ·
Lieber Georg,
erstmal meinen Glückwunsch für den 2. Platz ,war schon sehr knapp und so wohlverdient.
So traurig, so bewegend und so schön mir stehen die Tränen noch in den Augen. Ich finde es wunderbar, dass du nicht nur lustig kannst. Du müsstest viel viel mehr schreiben!!!
LG S
Georg C. Peter ·
Hallo an alle,

zunächst erst mal herzlichen Dank für die vielen Stimmen.
Es war mein erstes nicht-heiteres Gedicht, das ich eingereicht habe, und ich bin überrascht über die viele positive Resonanz.
Der Tod beider Eltern innerhalb eines Jahres (beide über 90) hat viele ambivalente Eindrücke bei mir hinterlassen.
Was lediglich als Schreibversuch begann, endete überraschend schnell in diesen Zeilen.

@Tender Spirit

Vielen lieben Dank für die positiven Worte!

@Doscho

Lieber Doscho und lieber "Treppchen-Nachbar", „nicht alle Tränen sind von Übel“ sagt ein Schauspieler in einer meiner Lieblingsfilme.
Dass ich Dich mit diesen Zeilen berührt habe, rührt mich selbst und freut mich sehr, vielen Dank dafür!

@Cornelius

Danke für Dein differenziertes und reflektiertes Lob, ich weiß es sehr zu schätzen! Liebe Grüße!

@Josina

Liebe Josina, auch Dir vielen lieben Dank für das Lob und die Anteilnahme, darüber freue ich mich - wie immer - sehr!

@Elisabetta Monte

Liebe Elisabetta, eine wunderbare Gratulation von Dir, über die ich mich sehr freue. Herzlichen Dank!

@SalSeda

Liebe Salseda, über Dein Lob freue ich mich immer ganz besonders. Wir standen schon einmal gemeinsam auf dem Siegertreppchen. Umso mehr freue ich mich darauf, bald mal wieder von Dir etwas lesen zu dürfen (in diesem Fall würde ich auch wieder mehr schreiben! 😁)
PS: Wir freuen uns jedes Jahr über die Witte- Lebkuchen, sind auch in diesem Jahr vorzüglich!

Nochmals ein herzliches Danke an alle - auch an die Admins - und viele liebe Grüße,
Georg
Moni ·
@Georg C. Peter Lieber Georg,

Herzlichen Glückwunsch zum 2. Platz. Dein Gedicht, welches mich sehr berührte, war mein absoluter Favorit. 👍 Als ich es las, hatte ich Tränen in den Augen und als ich es meiner Tochter am Telefon vorlas, wurde meine Stimme zittrig. Das passiert mir nicht oft beim Vorlesen eines Gedichtes.

Über Deinen 2. Platz freue ich mich sehr. Ich hätte es auch gerne auf dem 1. Platz gesehen. Meine Stimme hattest Du selbstverständlich auch.

LG
Moni
sofakatze ·
lieber georg,

auch von mir herzliche glückwünsche zum wohlverdienten 2. platz! :blume:
bewegende zeilen, die mitfühlen lassen. trotzdem in deiner eigenen *handschrift*, was ich besonders gut finde. ich kann salseda in ihrem wunsch nach mehr lesbares von dir nur unterstützen und meine stimme mit in die waagschale legen.

liebe grüße
sofakatze
Dieter ·
Hallo Georg,

meinen herzlichsten Glückwunsch zu dem mehr als wohlverdienten 2. Platz. Hab beim lesen nicht nur ein Tränchen vergossen... Die Tragik des Verlustes und diese Liebe zum Vater hast du schwererträglich in wunderschöne Worte gepackt. Es zeigte mir sehr eindrücklich, selbst in Einzelheiten, was noch vor mir liegt.
Darum warst du mein absoluter Favorit. Hast mich vollumfänglich emotional abgeholt...
Wirklich gerne mehr, wie @SalSeda schon erwähnte.

Ganz liebe Grüße zu dir
maerC ·
Lieber @Georg C. Peter,
das war ein knapper Ausgang des Wettbewerbs!
Herzlichen Glückwunsch zu deinem sehr persönlich klingenden Gedicht, in dem du das Sterben in deutlichen, ungeschönten Worten beschreibst, verbunden mit dem unstillbaren Bedauern der Hinterbliebenen, im entscheidenden Moment nicht da gewesen zu sein. Der einzige Trost ergibt sich aus den letzten beiden Zeilen.
LG
maerC
P.S.: Nur eine Frage: Könnte man die 4. Strophe auch weglassen?
Letreo71 ·
Lieber Georg,

auch für mich war dein Gedicht eins meiner Favoriten und somit freue ich mich mit dir über deinen wohlverdienten 2. Platz. Es ist wirklich sehr rührend geschrieben und ich wäre nicht darauf gekommen, dass es von dir sein könnte, da ich dich auch nur in der heiteren Szene kenne.

Gern und mitfühlend gelesen!

Lieben Gruß, Letreo
Georg C. Peter ·
Liebe @Moni,

Über Deinen Kommentar freue ich mich ganz besonders. Dass Du „An Papa…“ sogar Deiner Tochter vorgelesen hast, ich für mich das größte Kompliment.
Und ja: Ich bin selbst immer wieder gerührt über das Gedicht. Nicht, weil ich es so toll finde, das sollen andere entscheiden. Aber es bringt mir immer wieder die vielen unterschiedlichen Emotionen zurück, die ich vor wenigen Monaten empfunden habe:
Da war Trauer und Mitleid dabei, aber auch: „Ein langes Leben geht zu Ende. Neues wird geboren.“ Das fühlte sich fast schon feierlich an.

Nochmals vielen Dank und liebe Grüße!
Georg

Liebe @sofakatze,

auch über Deine Zeilen freue ich mich ganz besonders, vielen Dank!
Dass ich hier im Moment nicht so viel veröffentliche, hängt auch mit der fehlenden Zeit zusammen. Aber ich gelobe Besserung, versprochen!

Ganz liebe Grüße und bis bald,
Georg

Dieter schrieb:
Am 1.12.2024 um 18:59 schrieb Dieter:
Die Tragik des Verlustes und diese Liebe zum Vater hast du schwererträglich in wunderschöne Worte gepackt.

Lieber @Dieter,

ganz lieben Dank für die netten Worte und für die perfekte Beschreibung dessen, was mir – unbewusst – in meinen Versen vorschwebte (siehe Zitat).
Jedem Menschen steht irgendwann die Trauer um nahe Angehörige bevor. Aber wenn es einen dann erwischt, wird man doch in kaltes Wasser geworfen.
Das Problem ist, dass man in dieser Zeit sehr kurzfristig – und völlig unvorbereitet – viele Entscheidungen treffen muss.
Einige davon sind falsch. Mein Vater war seit vielen Jahren bettlägerig und hat in dieser Zeit sogar Corona überlebt. Aber an diesem Tag – ich war bei einem wichtigen Termin – ging alles überraschend schnell (und ich erhielt die Todesnachricht über die „Grüne App“).
Es hilft nichts, man muss lernen, damit umzugehen und sich an die schönen gemeinsamen Momente erinnern.

Nochmals Danke und liebe Grüße,
Georg

maerC schrieb:
Am 1.12.2024 um 19:01 schrieb maerC:
P.S.: Nur eine Frage: Könnte man die 4. Strophe auch weglassen?

Lieber @maerC,

auch Dir herzlichen Dank für die Glückwünsche! Es steht sich recht bequem neben Dir auf dem Treppchen…gibt’s noch Champagner? 😉

Du Deiner Frage:
Grundsätzlich wechselt die Zeitebene häufig im Gedicht, das ist ganz bewusst geschehen. In Zeile 3 + 4 von Strophe 4 beschreibt das LI den persönlichen Eindruck beim Anblick des Verstorbenen: Die „Riesenhand“.
Zeile 1 + 2 handelt von der Todesnachricht, die per App (!) angezeigt wird auf der Fahrt zum vermeidlich noch lebenden Vater. Das (todes-) schwarze Auto steht im Kontrast zu den – hoffnungsvollen – weißen Kerzen am Ende.
Insofern würde ich die 4. Strophe gerne beibehalten. Was stört Dich denn daran?

Herzlich grüßt
Georg

Liebe @Letreo71

ganz lieben Dank für Deine positiven und mitfühlenden Zeilen, über die ich mich besonders freue. Ernste Gedichte sind ein Neuland für mich. Da ich grundsätzlich ein sehr positiver Mensch bin, werden sie wohl auch die Ausnahme bleiben. Aber die vielen positiven Kommentare sind doch sehr motivierend. Also: mal sehen… 😉

Viele liebe Grüße und bis bald,
Georg
Alexander ·
Hi Georg,
ich gratuliere dir zum 2. Platz. Mal was neues etwas trauriges von dir zu lesen. Ist dir mehr als gut gelungen und wurde deswegen auch ordentlich gewürdigt.
Ich grüße dich,

Alex
maerC ·
Lieber Georg,

komm, lass uns virtuell mit Champagner anstoßen!

Zur 4. Strophe: Ich kannte die "grüne App" nicht und verstand die Betonung "im schwarzen Wagen" nicht. Jetzt ist mir das klarer. Und wer bin ich, dass ich deine in Verse gefasste, so persönliche Erinnerung kritisieren könnte? Es ist und bleibt ein ergreifendes Gedicht.

LG
maerC
Georg C. Peter ·
Lieber @Alexander,

Das Zweite-Platz-Treppchen ist noch gut vorgewärmt von Dir. 😉 Alles pikobello. Ich denke, Du wirst mich hier bald wieder beerben!
Vielen Dank für Gratulation und Lob.
Beim nächsten Wettbewerb bist Du hoffentlich wieder mit dabei! 🙂

Viele Grüße von Georg

Lieber @maerC,

dann sag ich einfach mal: Stößchen! 🙂🥂
Und schicke gleich ein Bild der "grünen App" (whatsapp) mit.

Liebe Grüße und bis bald,
Georg

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Patrick ·
Den eigenen Vater zu verlieren, ist schmerzvoll. Mir steht es bald bevor. Ich verdränge es gern.
Dein Gedicht, lieber Georg, gefällt mir gut, da es Schmerz und Trost vereint, indem es das Leben und die Liebe über den Tod hinaus feiert. Ein verdienter zweiter Platz. 🙂
Ponorist ·
Hallo @Georg C. Peter,
Gratulation zum silbernen Pokal dieses Wettbewerbs. Ich hoffe es gibt bald wieder etwas von Dir zu lesen.
Alles Gute und VLG
Peter
gummibaum ·
Lieber Georg,

zu spät zu kommen, kann in so einem Fall ziemlich belasten. Aber die innere Verbundenheit des Sohns mit dem Vater ist hier das Ausschlaggebende. In den Gedanken des Lebenden an den Gestorbenen öffnet sich beiden eine wohltätige Ruhe.

Sehr gern gelesen.
Grüße von gummibaum
Georg C. Peter ·
Lieber @Patrick,

vielen Dank für die lobenden Worte!
Ich kann die Unterstützung der Hospizbetreuung sehr empfehlen, es sind ehrenamtlich Mitarbeitende.
Bei unserer Mutter haben sie uns sehr geholfen.
Dir wünsche ich viel Kraft für die bevorstehende Zeit!

Liebe Grüße von Georg

Lieber @Ponorist,

auch Dir vielen lieben Dank für die guten Wünsche! Bei so viel liebenswertem Zuspruch werde ich mich mehr ins Zeug legen, versprochen! 😉
Herzliche Grüße,
Georg

Lieber @gummibaum,

vielen Dank für die positiven und wärmenden Worte. Es geht wohl vielen Menschen so, dass sie nach dem Tod eines Angehörigen ein schlechtes Gewissen haben.
Ich versuche, mir das immer wieder klar zu machen.
Aber es sind viele, ambivalente Gedanken – auch positive Erinnerungen – die mit diesem Ereignis verbunden sind.
Dieses Kaleidoskop der Empfindungen und Eindrücke wollte ich im Gedicht zum Ausdruck bringen.

Liebe Grüße und bis bald,
Georg
Eliane ·
Lieber Georg,
fast schon magisch, dass das LI unser Innerstes so viel besser benennen kann als unser Verstand. Und wie es Reime dazu nutzt.

Außerdem

Zitat
Ich war schon auf dem Weg zu Dir,
durch Regen, Wind und Pfützen.
Ich kam zu spät. Verzeihe mir.
Ich wollte Dich beschützen.
Manche gehen in dem Moment, wo keiner bei ihnen ist. Weil dann das Loslassen leichter fällt.
Liebe Grüße
Eliane
asphaltfee ·
Wie schön!

Dein Gedicht war auch unter meinen Favoriten, lieber Georg!!!!

Ich mag, dass man erkennt, dass es sich um einen sehr persönlichen Text (auch mit sehr persönlicher Note) handelt, man sich aber dennoch nicht als Eindringling fühlen muss beim Lesen deiner Zeilen. Gratwanderung gelungen!

Begeisterte, liebe Grüße,
fee
Georg C. Peter ·
Eliane schrieb:
Am 3.12.2024 um 16:25 schrieb Eliane:
Manche gehen in dem Moment, wo keiner bei ihnen ist. Weil dann das Loslassen leichter fällt.

Liebe @Eliane,

ein wichtiges Zitat von Dir (siehe oben), das mir zu denken gibt.
Und das „Lyrische Ich“ vermag in der Tat Dinge hervorzuzaubern, die dem Bewusstsein bislang verborgen waren.
Vielen Dank für die einfühlsamen Worte!

Liebe Grüße von Georg

Liebe @asphaltfee,

Deine wohlwollende Analyse gefällt mir und ich freue mich sehr darüber!
Ich war mir in der Tat unsicher über die „Gratwanderung“.
Nun bin ich beruhigt, dass die beabsichtigte Ausgewogenheit einerseits aus Erzählung, andererseits aus den Empfindungen von Trauer und Frieden bei Dir angekommen sind.

Vielen Dank und liebe Grüße,
Georg
Nesselröschen ·
Lieber Georg, eine Anzahl von Herzchen von mir, dafür!

Ein tolles, viel Lob verdientes, Werk, das mir die Kehle zuschnürt und das Herz weit öffnet!

Danke für die berührenden Zeilen! Nesselröschen
Georg C. Peter ·
Nesselröschen schrieb:
Am 5.12.2024 um 22:04 schrieb Nesselröschen:
Ein tolles, viel Lob verdientes, Werk, das mir die Kehle zuschnürt und das Herz weit öffnet!

Liebe @Nesselröschen,

vielen lieben Dank, die gleiche Anzahl an Herzchen zurück! 😊

Mit Deinem Kommentar (siehe Zitat) beschreibst Du exakt die Gefühle, die ich mit diesen Zeilen zum Ausdruck bringen wollte.
Dass Dich die Verse berührt haben, freut und ehrt mich sehr.

Herzliche Grüße,
Georg
Faber ·
Lieber Georg,

wahrlich ungewohnt, ein solches Gedicht aus deiner Feder zu lesen. Es steht deinen heiteren in nichts nach!
Also, Gratulation zum verdienten Platz auf dem Treppchen 🙂

LG, Faber
Georg C. Peter ·
Lieber @Faber,

es war in der Tat mein erstes nicht- heiteres Gedicht,
ein Versuch, der überraschenderweise geglückt ist (wenn auch zu einem nicht- heiteren Anlass).

Ich hätte Dich gerne - mit Deinem Gedicht - mit auf das Treppchen gezogen,
vielleicht klappt es ein andermal. 😉

Liebe Grüße zurück,
Georg

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