die Sonne blieb hinter Wolken verborgen.
Es regnete leicht und war sehr kalt,
durch den Dunst erschien eine Gestalt.
Ein Mädchen saß einsam auf der Bank.
War sie traurig oder war sie krank?
Die Arme fest um den Bauch verschränkt,
den Kopf ganz tief nach unten gesenkt.
Jeder ging schweigend an ihr vorbei,
doch sie sehnte sich Hilfe herbei.
Die Menschen sahen sie einfach nicht,
nur das Handy vor ihrem Gesicht.
Niemand der sie nur einmal fragte,
Niemand der etwas nettes sagte.
So saß sie dort mehrere Stunden,
doch ganz plötzlich war sie verschwunden.
Kein Mensch hatte sie dort gesehen.
Kein Mensch spürte ihr stilles Flehen.
das Bedrückende an der Situation, das du mit den Zeilen vermitteln willst, ist gut wiedergegeben, und die Stimmung berührt mich sehr, dennoch frage ich mich, ob ich - wäre ich an dem Mädchen vorbeigegangen - etwas unternommen hätte: Leider nicht! Es ist nicht so einfach, und auch nicht (mehr) üblich, einen fremden Menschen anzusprechen, wenn er traurig ist und Kummer zu haben scheint. Wären die Signale stärker gewesen, hätte ich die Person sicher angesprochen - auf die Gefahr einer unangenehmen Antwort oder Reaktion hin.
Mit der Aussage magst du recht haben, dass man heutzutage (...) unachtsamer aneinander vorbei geht oder auch nur angst hat, abgewiesen oder angepöbelt zu werden; schön, dass du es zum Thema machst! Ich fände es traurig und quälend, zu erfahren, dass ich hätte helfen können und es nicht getan habe!
Ein schönes Gedicht, das zum Nachdenken anregt!
Lieben Gruß Nesselröschen