www.poeten.de

Poeten.de ist ein kreatives Forum und ein Treffpunkt für alle, die gerne schreiben – ob Gedichte, Geschichten oder andere literarische Werke. Hier kannst du deine Texte mit anderen teilen, Feedback erhalten und dich inspirieren lassen. Um eigene Beiträge zu veröffentlichen und aktiv mitzudiskutieren, ist eine Registrierung erforderlich. Doch auch als Gast kannst du bereits viele Werke entdecken. Tauche ein in die Welt der Poesie und des Schreibens – wir freuen uns auf dich! 🚀

sansibar – Die Feder des Monats #2 | 2021

sansibar

  • schwarzer lavendel (ehemaliger Autor)
  • 10. 10. Platz
auf jeder feier war er gegenwärtig
der seemann der dich
einmal beinah küsste
ein leichtmatrose
auf dem weg nach sansibar
wind in haar und kleid
das meer in deinem schoß
erzähltest du von flut und ebbe
in diesem einen jahr
und ohne worte blieb
das begehren
erloschen am horizont

auf jeder feier schwieg dann neben dir
ein andrer mann
der mann der kleinen welten
mit träumen die nach erde rochen
nach stetigkeit
ein guter mann für alle tage
und der horizont
weit hinterm berg

streut meine asche in die flut

erschreckt als kind
von deinen worten
belustigt dann
als ich schon längst
die welt umreist
und alle sieben meere
aus flugzeughöhn gesehen hatte
bracht ich dir muscheln
in deren rauschen
ein seemann sang und deine augen
weinten nach dem horizont

heut streu ich weißen sand dir
auf dem kirchhof
die möwenfeder
steck ich dir in dein grab
und geb dem mann
der treu die jahre bei dir blieb
den anker ohne kette
Dieser Wettbewerb ist abgeschlossen und ausgezählt. Die Autoren sind bekannt, Kommentare sind freigeschaltet.
Ergebnis anzeigen

Kommentare (6)

Letreo71 ·
Liebe @schwarzer lavendel,

dein fein gewobener Seemannsgarn hat mich von der ersten bis zur letzten Zeile gepackt. Traurig schön schreibst du über das Leben, die Liebe und das Leid der Menschen zur See. Unweigerlich musste ich an das Lied "Ein Schiff wird kommen ...", welches mir seit meiner Kindheit viel Freude bereitet denken.

Danke für diesen tollen Text!

Liebe Grüße, Letreo
maerC ·
Liebe @schwarzer lavendel,
für mich hätte dein Gedicht mehr Punkte verdient gehabt. Mir hat es sehr gefallen.
LG
maerC
SalSeda ·
Liebe Charlotte,

traurigschön beschreibt es Letreo, ja das ist es und so zart und zärtlich wie Gaze. Eine Sehnsucht die einen das ganze Leben nicht loslässt, eine Liebe die obwohl sie nicht den nützlichen Anforderungen des Alltags gewachsen ist nie nie vergessen wird und vielleicht dem Wunsch oder der Hoffnung sie wiederzufinden nach dem Tod.
Absolut ergreifend und in ein wunderbares Bild gefasst die letzte Zeile: den Anker ohne Kette! Wie schön! Und wie vieldeutig.

Liebe Grüße
Sali
schwarzer lavendel ·
liebe @Letreo71, lieber @maerC, liebe @SalSeda,
vielen dank für eure reaktionen.
ich tue mich mit vorgeschlagenen themen immer schwer. deshalb finde ich sie auch so hilfreich.
und ich staune, was wir alles so zusammengetragen haben.
liebe grüße
charlotte
Gaukelwort ·
Hi Schwarzer Lavendel,

als ich so in etwas zweieinhalb Käse groß war, habe ich Kuttel Daddeldu von Ringelnatz kennen und lieben gelernt – und mich gefragt, ob ich den Mut hätte mich einfach mit ihm an Bord zu schmuggeln, wenn ich ihm irgendwo begegnen würde...

Aber ich musste mich zuerst finden, um irgendwer und irgendwo zu sein. Erst dann konnte ich aufbrechen. Doch ganz egal wie viele Leben und Lieben wir in unser Leben hinein packen – ungezähltes bleibt ungelebt und ungezähltes bleibt ungeliebt. Und unerreicht.

Gut wer einen Anker ohne Kette hat. Die/der kommt dann alles in allem doch ein wenig weiter herum.

Du ich war noch nie wirklich in Sansibar – ich bin aber nie weiter als einen schwankenden Schritt entfernt.

Danke für dein tolles Gedicht

Ich habe mich gerne mit reisen lassen.

Liebe Grüße

vom Gaukel
schwarzer lavendel ·
Gaukelwort schrieb:
vor 55 Minuten schrieb Gaukelwort:
Du ich war noch nie wirklich in Sansibar – ich bin aber nie weiter als einen schwankenden Schritt entfernt
lieber Gaukel, das ist wunderbar auf einen punkt gesetzt. dieser eine schwankende schritt. hoffentlich nicht wie der der ameisen in altona auf der chaussee, der in begnügsamkeit endet.
vielen dank für die blume.
und liebe grüße
charlotte

Du musst angemeldet sein, um zu kommentieren.

Zurück
Oben