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Sargassosee – Die Feder des Monats #3 | 2022

Sargassosee

Ach, ich sehne mich nach Jahren
wieder in mein Heimatland,
und der Wunsch, mich dort zu paaren,
nimmt allmählich überhand.

Fluss und See, ich muss euch lassen,
süß war nach dem Salz die Zeit,
eurer Tiefen schmucke Gassen
formten meine Weiblichkeit.

Nehme nun den Weg zum Meere,
wo ich meine Brüder find,
die mit Golfstroms großer Fähre
einst wie ich gekommen sind.

Doch nun schwimmen wir nach Westen,
bis ein Wirbel uns ergreift,
Tang mit langen Blätterästen
unsre Flossen zärtlich streift.

Es wird Zeit, des Sterbens Qualen
fühl ich, doch da naht ein Mann,
sich mit mir verliebt zu aalen -
So fängt neu das Leben an.
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Kommentare (8)

Georg C. Peter ·
Lieber @gummibaum,

das war eine sehr schöne Idee, die Du wunderbar umgesetzt hast.
Einer meiner Favoriten!

Viele Grüße von Georg
SalSeda ·
Lieber gummibaum,
Glückwunsch! Denn in meiner persönlichen Liste stehst du auf dem Treppchen mit dieser außergewöhnlichen Sichtweise! (und die Punkte diesmal sind ja auch extrem knapp bzw breit verteilt). Viele schöne Ideen und Vorstellungen hast du hier einfließen lassen. Ja, dieses Gedicht hat mein Herz erfreut!
Der Sehnsucht nach dem "Dort wo wir herkommen" bist du bis zum Urgrund gefolgt. Auch das macht dieses Gedicht so besonders.

Liebe Grüße
Sali
Kurt Knecht ·
Hallo Gummibaum,
ein sehr gelungenes Gedicht. Die Thematik spricht mich schon seit der Schulzeit an. Dir einen schönen Tag. Kurt
Josina ·
Lieber Gummibaum

Herzlichen Glückwunsch zu deinem schönen Gedicht
und zum sechsten Platz! ?

Herzliche Grüße
Josina
Pegasus ·
Hallo, Gummibaum
Dein Gedicht war eines mit der ersten, das mir sofort ins Auge fiel. Total gut.
LG Pegasus
gummibaum ·
Lieber Georg,
ich freue mich, dass dir das Gedicht gefallen hat und danke für deine Stimme.

Schön, liebe SalSeda,
was du hier schreibst. Die Aale sind uns in ihrer Suche nach den Wurzeln irgendwie ähnlich.

Danke, lieber Kurt.
Ich berge das Thema auch seit Schulzeit in mir, denn unser Bio-Lehrer, der als junger Mann zur See fuhr, erzählte davon sehr einprägsam.

Danke, liebe Josina, für die Glückwünsche.

Vielen Dank für dein Lob, liebe Pagasus.

Euch allerbeste Grüße von gummibaum
Gaukelwort ·
Hi Gummibaum,

du, ich war von Anfang an auf deine Welle.

Von der süßen Zeit im Süßwasser bis hin zu dem Gedanken, das die Windungen des Aals ihre formende Entsprechung in den Flusswindungen haben... Überall in deinem Gedicht (ver)steckt etwas, das meinen zweiten, suchenden Blick auf sich lockt.

...Jede Windung
eine Findung
und zugleich
eine Verschwindung...

Dankeschön, dass du mich mit auf diese wundervoll verschlungene Reise genommen hast. Vom Anfang zum Ende... Oder Umgekehrt... Ich vermag es nicht zu sagen🙄...

Liebe Grüße vom Gaukel
Ostseemoewe ·
Lieber Gummibaum
Alleine deine Idee zu diesem Thema ist schon ein Treppchen wert und als ich es las musste ich weniger an Heimweih denken als an die Höchstleistung dieser Tiere.
Großartig geschrieben
Liebe Grüße Ilona

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