In einer Stunde ist es so weit;
beide sind für den Cocktail bereit.
Über ihr Leben bestimmen, das ist ihr Wille,
sich von den Leiden lösen, selbst-bestimmt in Stille.
Sie machen sich schick, sie wollen würdevoll geh`n;
beide lieben sich, weil über der Provence die Winde weh`n.
Der Mistral hatte ihr den Hut vom Kopf geweht
und sich vor seine Füße gelegt.
Fortan waren sie ein Paar und blieben einander treu,
sie Journalistin und er Kapitän – Schiff ahoi!
Er trägt jetzt Nadelstreifen, Lackschuhe und eine Rose im Knopfloch;
oh, ihr Duft, ihr Parfüm fangen in jetzt noch.
Sie steht vor dem Spiegel und schminkt sich dezent,
etwas Rouge, etwas Wimperntusche, nicht dekadent,
die Perlenkette von Pierre Cardin,
passt zu ihrem Wesen ganz wunderbar.
Ihr Kleid in Azur, dazu adäquat der Bläser, sitzen wie vor vierzig Jahren;
als Moderatorin, die Fakten im Focus, ist sie den Heuchlern in die Parade gefahren;
lackierte Fingernägel, bordeauxrot, wie die Lippenstift-Farbe auf ihren Lippen,
so kannte man sie, eine ganze Nation, stets forsch, etwas schmal auf den Rippen.
Nun nehmen sie Abschied, es ist alles besprochen und alles geschrieben;
genug vom Haarausfall, von Schmerzen und Siechen – das Gift kommt um Sieben.
Martin Heide