Mach nicht immer so ein Theater
deine Gefühle sind nicht echt
so wie du bist, ist es nicht richtig
denn die Welt, die du immer als wahr
und dich in deiner Rolle annimmst
war stets anders
Verschlungene Pfade, auf denen du wanderst
dich nicht auf der Linie, gezeichnet durch dich
siehe, dies ist objektiv, abwegig
zeichnest du dir das Mal auf die Stirn
für alle Zeiten, für jeden erkennbar
allemal selbst
Im Sog, stolz mit dem Gesicht entgegen
strömt die Masse aus uns ohne dich
ist dir das „Wir“ vom Wirr, das du kennst
des Schurken-Statisten Zuschauer warst
immer nur du, nein, lass nicht los
bleib wie du bist.
zunächst Mal Gratulation zu Deinem Gedicht, es ist begrifflich ein Meisterwerk, spannend und hochintelligent verfasst.
Es hätte mehr Stimmen verdient gehabt.
Eine Ursache liegt vielleicht in den fehlenden Satzzeichen:
Im Sog, stolz mit dem Gesicht entgegen
strömt die Masse aus uns ohne dich
ist dir das „Wir“ vom Wirr, das du kennst
des Schurken-Statisten Zuschauer warst
immer nur du, nein, lass nicht los
bleib wie du bist.
Beispielsweise Zeile 2:
strömt die Masse aus. Uns ohne dich...
strömt die Masse aus uns. Ohne dich...
strömt die Masse aus uns ohne dich.
Hier überlässt Du es dem Leser, die Satzzeichen korrekt zu ordnen und den Sinn zu erfassen.
Das ist auch völlig in Ordnung.
Nur: Bei einem Wettbewerb (ich lese immer alle Gedichte hintereinander)
überfordert das den Leser vielleicht etwas.
Bitte nicht falsch verstehen: Das ist keine Kritik.
Ich stelle nur immer wieder fest, dass ZU anspruchsvolle Werke in Wettbewerbsforen nicht die Anerkennung erhalten, die sie verdienen.
Mir hat es sehr gut gefallen!
Viele Grüße von Georg