Wann meude ik sytz unn et Leybn is vergoydn,
wann dunkel et weerd unn ming Herz is sou bang,
wann eynsaam verbreng ik dat Leybn uuhne Froydn,
unn Treynenstrom rynnen ming Baachen hennlang,
dunn dräum ik vun Wiesn, von Weydn unn Blummen,
vun Baymen, vun rynnende Bachleyn, sou klar,
dunn will ik de steynige Weyge herkummen,
unn schouwen unn stouwnen, weys scheyn heer eynst war.
Wann Troubn un Beern worn geärnt im Oktouber,
de Weyzn inbraachd un de Oarbedy vurbey,
donn lockt mych de Ulfred hinupp up de Schouber,
donn woarn myr vereynd unn sou glycklich unn frey.
De Minne im Haey, sie is scheen ouch im Mayen,
de Ulfred, wie haelt er mich libbelich im Arm,
un morjen, sou saacht er, do will er mich frayen,
unn seelig, sou werd myr, sou wouhlig unn warm.
Et Schicksal, et fyhrte myr schlemm watt im Schylde,
et Monnsbild, et is eyn verlouchenes Sweyn,
de Ulfred verswond nach drey Johr mid de Hilde
unn ließ mich hyr sitzn, verormt unn alleyn.
Nu benn ich sou eynsam, et Leybn is vergoydn,
keyn Monn will mich frayen, ming Herz is sou bang,
de Wiesn, de Bayme, se bringen mir Froydn,
verwelkt sinn die Blummen, vorbey ming Gesang.
*Middlplattsenkhouchdaitsch
wie mutig dieses Gedicht! Also, für einen Wettbewerb.
Obwohl es für mich sehr anstrengend zu lesen war, hat es mich doch fasziniert und ich habe mich mindestens 4 mal da durchgekämpft, weil mir die Story so gut gefiel. Die Geschichte, die aus einer alten fernen Zeit zu sein scheint, dazu passt natürlich der Dialekt denn wie anders dachte man damals als in seiner ureigenen Mundart und ist es nicht genau die Mundart die uns mit all denen die sie sprechen verbindet und ein Verbundenheitsgefühl gibt und eben zur Heimat gehört, . Wer in seinem Dialekt nicht verstanden wird, ist heimatlos, allein.
Der Name deines Dialektees scheint genauso frei erfunden zu sein wie der Dialekt selbst. Auch dafür: Hochachtung!
Es ist sehr sehr gut, ehrlich, nur nicht einfach zu lesen vielleicht liegts auch an den vielen Yppsilons ?
LGSali