Feedback jeder Art An Brechts Enkel

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An Brechts Enkel
Wir, die Kriege, Hunger und Leid nur aus Büchern kennen
ließen Gras über die Gräber der Großeltern wachsen.
Gras und Brot teilten sich zum letzten mal  die 68iger,
rauchten ihre Friedenspfeife und bereiteten uns den Boden.
Boden, der unempfindlich macht und Schweigen
über alle Schandtaten in bare Münze zahlt.
Wir, die zufällig auf der Sonnenseite leben, vergessen,
es war nur Zufall den Krieg zu überleben. Aufzuwachsen
in Friedenszeiten, sich satt zu essen und einen Platz zu finden.
Aber, wir Speisen aus den Händen Hungernder,
trinken sauberes Wasser, geschöpft aus Brunnen Verdurstender.
Bauen unseren Wohlstand blind, als ob die Erde uns gehört.
Bis das letzte Meer vergiftet, der letzte Baum gefällt, treibt der Mensch
in seiner Schwäche selbst das Ende noch voran.
Wir, die den Boden bereiten könnten für Menschlichkeit
reichen die Rechnung an unsere Kinder weiter.
Können wir um Nachsicht bitten
bei unseren Nachgeborenen?
 
© Ilona Pagel 2017
 
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Nichts ist selbstverständlich, deshalb haben wir die Pflicht, Sorge zu tragen auch für andere. Sehr starke Zeilen von Dir, liebe Ilona. 
 
Sei gegrüßt von mir. Juls
 
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Welch 'visionärer' Text von dir, wenn man das Datum beachtet liebe Ilona!
 
LG Uschi
 
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Liebe Ilona,
 
ein sehr eindringliches Gedicht.
 
Wir sind relativ behütet aufgewachsen, zu kalten Kriegszeiten.
Wir kennen Angst und Vertreibung nur aus den Erzählungen der Alten und Weisen.
 
Doch, was wissen wir?
 
Wir, die den Boden bereiten könnten für Menschlichkeit
reichen die Rechnung an unsere Kinder weiter.
Können wir um Nachsicht bitten
bei unseren Nachgeborenen?
 
Das müssen wir! - und gleichzeitig dafür sorgen das unsere Kinder und Kindeskinder hinsehen und verstehen.
 
 
LG Sternwanderer
 
 
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Liebe @anais Lieb @Hera Klit
Auch ich erwarte keine Nachsicht der Enkelgeneration. Früher konnten die Menschen noch mit Unwissenheit glänzen oder sich selbst täuschen. 
Lieber @Egon Biechl Liebe @Darkjuls sehe ich auch so, es wäre unsere Pflicht die Welt nicht in so einem Zustand in die Hände unserer Kinder und Enkel zu geben.
Lieber @Herbert Kaiser Liebe @Uschi R. ich befürchte unsere Generation hat zuviel an ihren schnellen Konsum gedacht, viel zu wenig an die Ausbeutung der 3.Welt. Unsere Abfälle unseren Müll in andere Kontinente zu bringen, wie konnten wir? Und das ist nur ein Beispiel. 
Liebe @Sternwanderer wir hätten früher handeln müssen. Wir haben viel zu oft weggeschaut.
Liebe Grüße Ilona 
 
 
Autor
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Liebe Ilona,
 
ein Text, der unter die Haut geht und ans Gewissen pocht. Welch` bitteres Schicksal mag die Nachgeborenen erwarten, denke ich oft, wenn Geiseln der Menschheit wie Armut und Reichtum, Pandemien, Kriege, Egoismus und Aggressivität
in den Wohlstandsgesellschaften u.v.m. sich mehren.
Getroffen hat mich Deine Formulierung "es war nur Zufall den Krieg zu überleben."
 
Als Kind habe ich den Zweiten Weltkrieg mit seinen Schrecken erlebt; sie haben sich tief in der Seele eingebrannt. Jetzt kehren sie mit Schmerzen zurück.
 
Lieben Gruß
Carolus
 
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Lieber @Carlolus vielen Dank für deine Kritik.  Mir tut es weh, wenn ich merke, Menschen die den Krieg ertragen mussten wühlt mein Gedicht erneut auf. Es ist unfair, denn ihr seit nicht die Wohlstandsgeneration. Ihr habt uns den Wohlstand erst ermöglicht. Wir aber haben vergessen den Wohlstand an die Armen weiter zu reichen. 
Liebe Grüße Ilona 
 
  • Ostseemoewe
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