Feedback jeder Art Antike Gattentreue

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  • gummibaum
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Als einst, im Volke hochverehrt,
der alte König Mausolos,
von langer Herrscherlast beschwert,
für immer seine Augen schloss,
versprach, schon selbst dem Ende nah,
die Gattin Artemisia:
 
"Ich baue dir ein Ehrengrab 
aus Marmorquadern, weit und licht,
gewaltig, wie es nie eins gab.
So heischt es meine Witwenpflicht.
Der Zahn der Zeiten werde stumpf 
an diesem steinernen Triumph."
 
Der Tod entführte den Gemahl.
Was blieb von seinem kalten Raub,
verwahrte treulich ein Pokal.
Ein Fingerhut vom edlen Staub 
hat Tag für Tag, zum Trank gemischt,
die Gattin beim Bankett erfrischt.
 
So mancher schmucke Freier kam 
und warb um jene Königin.
Sie nährte standhaft ihren Gram 
und gab sich keinem Werber hin,
nahm täglich ihre Prise ein,
um lebend selbst ein Grab zu sein.
 
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Ui, Cornelius,
 
Die Story ist aber auch etwas gruselig.
Ich habe die Beteiligten soeben nachgeguckt, damit ich nicht ganz so ungebildet wirke:
Sie war Schwester, Ehefrau und Nachfolgerin. Ganz schön vielseitig.
 
Auf alle Fälle perfekt gereimt und sehr unterhaltsam!
Uwe
 
 
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Lieber Cornelius,
 
mit diesem Gedicht hast du ein zweites antikes Weltwunder ausgegraben. Allerdings erfahren wir, was noch kein Forscher wusste: das Maussolos in seiner Gattin die letzte Ruhestätte fand und sie als Lebenselixier zu einer Altersschönheit machte.
 
Fein formuliert.
 
Grüße von gummibaum
 
(p.s.: Auch Paracelsus war der Meinung, dass Mumienpulver gegen Krankheiten helfe.)
 
  • gummibaum
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