Hehe.. nochmal moin Markus ^^
Also mir gefallen auch diese Zeilen sehr gut. Es ist eben naja.. prosaisch gereimt.. aber dennoch großteils jambisch durchgezogen. Ich habe selbst gerne in diesem Stil geschrieben, bis ich zu viel metrische Kritik abbekommen habe, daher versuche ich hier auch gar nicht, diese Zeilen irgendwie so zu kritisieren, dass am Ende gleiche Silbenzahlen in den Versen stehen, oder alles jambisch wäre.. oder die Endreime einer bestimmten Form folgen. Für was auch.. wenn es sich auch so schön liest? Man könnte ja auch deine Form metrisch beschreiben und kopieren x)
Mir ist beim Lesen das Wichtigste, das Gefühl ankommt, und dass sich die Zeilen schön lesen lassen. Aufgezeigte Bilder sind auch immer sehr schön.. aber ob die Worte - so lange sie verständlich sind, und man nicht ins Stolpern gerät - einer metrischen Perfektion folgen, prosaisch frei, oder einfach eine Mischung aus Allem sind.. ist mir eigentlich egal. Hier auf gleiche Silbenzahlen und ein bestimmtes Reimschema umzustellen.. hätte ein komplett anderes Gedicht zur Folge.
Ich gehe nur mal kurz auf "Kritik" ein, da du diese ja suchst. Evtl. finde ich noch Zeilen von dir, in welchen auch du eine bestimmte Gedichtform anstrebst, aber bisher ist es mir einfach zu frei geschrieben, um metrische Kritik zu üben. Wie gesagt, muss ja auch nicht alles was schön ist.. metrisch sein.
"denn dein Herz macht(e) Kehr,
als ich dich braucht zu sehr,"
(Ich denke, das "Kehr" gehört hier auch klein. Ist hier eine Tätigkeit.. somit wohl als Verb gebraucht.. da bin aber auch ich mir nicht ganz sicher. Kehrwende.. umkehren.. hm.. ^^)
Solche Satzverdreher würde ich versuchen etwas weniger zu nutzen. Wäre bisher das einzige, was mir etwas ins Auge sticht. Ich persönlich versuche möglichst so zu schreiben, wie man es auch jemandem sagen würde.. außer bei Fantasy-Zeilen oder so. Hier sprichst das LI ja auch jemanden an.. auch wenn es nur gedanklich wäre. Es ist zwar so nicht falsch, und auch ich verwende die kleinen Dreher manchmal.. aber meist nur, wenn ich anders keinen Reim finde, oder keine Idee habe, wie ich anders im Takt bleiben könnte. Ist ja eigentlich auch kein Dreher.. es wird in "unserem" fränkischen Dialekt nur nicht unbedingt in der Form in Gesprächen genutzt. In manchen Dialekten wird es ja evtl. sogar so zueinander gesagt ^^
"zu mindestens nicht mehr,"
"zumindest" zusammen.
Liebe Grüße,
Stefan
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Ich hänge einfach mal eine Version mit minimalen Änderungen an.
Du bist kein Gott,
Denn schaut ich in die Augen rein,
so sah ich tausend Monsterlein,
die wollten, dass wir sie befrein,
mit einem gemussten Kuss
wird’s besiegelt und beschlossen,
deine (die gute) Seele wurd erschossen,
und ich ließ die Monster raus,
oh Graus, oh Schreck!
Dein altes Ich ist weg!
Du bist kein Gott,
zumindest jetzt nicht mehr,
die Herzen machten kehr,
als ich dich braucht zu sehr,
jetzt gibt’s nur noch dich und mich,
und uns zusammen nicht.
Bin dir wohl noch verfallen,
obwohl du mich ließt spüren
die scharfen Monsterkrallen!
Du bist kein Gott,
denn das Licht ließ sich
von der Dunkelheit verführen,
wir öffneten die Türen
zu der Hölle, wo Dämonen spielen,
weil wir auf die Münder fielen.