Feedback jeder Art Das Rabengeschrei

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Das Rabengeschrei
 
Modrige Luft
umwabert die Weide
ihre Krone
in Trauer geneigt
statt Abendrot nur
schwelende Dämmerung
 
der ferne Horizont ein Flammenmeer
 
beißender Nebel sinkt
in die Gruben
wo schaufelnde
Schatten
den Acker richten
 
Federn
schweben zu Boden
der Todesbote verstummt
zusammengesackt sind die Körper
fallende Schaufeln
das letzte Geräusch
 
Stille
 
Das Gräberfeld ist fertig
 
Niemand bedeckt
in Ehrfurcht die Leiber
die zerfetzt auf
blutgetränkter Erde liegen
 
doch bald beginnt
ein kleiner Samen
 
zu keimen
 
 
© Sternwanderer
 
Autorin
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Hallo, Sternenwanderer
Dein Gedicht geht mir durch und durch und das Kopfkino schaltet sich an. Ich kann es mir richtig vorstellen, die düstere Stimmung, das Entsetzen, die Stille danach. Doch der letzte Satz hat es in sich....
doch bald beginnt


ein kleiner Samen


 


zu keimen
die Hoffnung. So habe ich es jedenfalls wahrgenommen. 
Sehr gern gelesen
Pegasus
 
Autor
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903
Hallo Sternwanderer,
 
dem gestrigen Jahrestag zugedacht?
 
Gruß Lé.
 
Autorin
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Hallo Pegasus,
 
vielen Dank für dein Einlassen auf den Text.
 
 
 
 
ganz genau - die Hoffung auf nie wieder Krieg.
 
 
 
LG Sternwanderer
 
 
 
 
Hallo Létranger,
 
an nur einen speziellen Tag dachte ich bei dem Text nicht, sondern an die vielen Tage, die sich zu Jahren aneinanderreihten und die den sinnlosen Tod mitbrachten.
 
Als Re-Kommentar in einem deiner Gedichte schriebst du mir  - mach mit - und so suchte ich eins meiner zwei Antikriegsgedichte heraus.
 
 
LG Sternwanderer
 
 
Autorin
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Hallo @Sternwanderer,
 
perfekt auf den Punkt getroffen. Man kann dein Gedicht gar nicht lesen ohne sich das Grauen vorzustellen. Sehr schön finde ich auch das du trotz des Elends in den letzten drei Zeilen noch ein bisschen Hoffnung verpackt hast!
Sehr schön geschrieben und sehr gerne gelesen!
 
Liebe Grüße
Lina
 
Autorin
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Hallo Lina,
 
vielen Dank - die Hoffnung stirbt zuletzt und wird es sie einmal nicht mehr geben, so denke ich, gibt es die Menschheit nicht mehr.
 
 
LG Sternwanderer
 
Autorin
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Hallo Sternenwanderer,
 
vielen Dank für dieses einfühlsame Gedicht. Ohne allzu deutlich auf die grausigen SChrecken einzugehen schaffst du es diese , je nach Vorstellungskraft und Wissen, im Leser im Hintergrund erstehen zu lassen.
Wo Leben ist ist Hoffnung und doch... ich habe privat und beruflich mit vielen Kriegsgeschädigten zu tun und die Verheerung in den Gefühlen und Seelen der dem Krieg entkommenen lässt sich nicht heilen und doch.... die Hoffnung ist da und vielleicht gibt es auch Wunder! ein Thema das so unerschöpflich ist wie die Dummheit der Menschen. 
 
Liebe Grüße
Sali
 
Autorin
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Liebe Sternwanderer,
 
mein Tag war sehr laut heute und eben als ich dein Gedicht las, wurde es unertäglich still um mich herum. Es schien als ob plötzlich alles stehen geblieben ist. Selbst das alte Heizungsrohr, was immer Geräusche macht, war nicht mehr zu hören. Die Zeilen haben mich gefesselt und für einen Moment gelähmt. Unglaublich packende Worte, die mich zum Ort des Geschehens hinziehen und dann dieser gnädige Schluss...
 
Mit Betroffenheit gelesen.
 
Lieben Gruß, Letreo
 
Autorin
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Liebe @SalSeda
 
durch deinen Kontakt mit Kriegsveteranen, die allesamt ihr Leben lang Geschädigte sind – auch ohne körperliche Versehrtheit, weißt du um ihr Leid.
Mein Vater, gerade Anfang 20, war in Sibirien in Gefangenschaft und kam mit einem Trauma zurück, das er nie wieder loswerden sollte. Gesprochen hat er nie über die Kriegserlebnisse. Wir Kinder fragten einmal nach und unter Tränen erzählte er von den Grausamkeiten. Wir ließen das Thema dann ruhen.
 
 
LG Sternwanderer
 
 
 
 
 
Liebe @Letreo71
 
wie ich zu SalSeda schon schrieb „reimte“ ich mir die Geschehnisse aus Vaters kurzer Erzählung zusammen.
 
Und ich gestehe, immer wenn ich an den Tag denke, als mein Papa über die Kriegsjahre sprach und seine Tränen sah, muss auch ich weinen. Denn ich ahne seiner Seele Qual – die er mit nahm in seinen Tod vor 30Jahren.
 
 
LG Sternwanderer
 
 
  • Sternwanderer
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