Feedback jeder Art Der Faustkämpfer vom Quirinal

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  • Dionysos von Enno
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Seltsam gepeinigt ruht der Kopf​
auf Schultern, die zurückgefallen sind​
aus ihrem Gleichgewicht​
ins Nichts der schweren Spannung​
 ​
Der Lockenschopf verschwitzt, die Augenhöhlen hart​
wie Marmorstelen; drin die​
Murmelaugen, blind gegen das​
Zärtelnde und Weiche seiner Schauerschaft​
 ​
Und doch so seltsam zart im tiefsten seines Herzens angefasst​
von der Idee des Alchemisten-Sein:​
Der Wandlung​
 ​
Die Lederbänder an den Fäusten sind noch blutgerafft​
vom Kampf am Quirinal​
Und von der schieren Zahl der alten Narben her zu schließen,​
dort wo schon manche neue Wunde klafft,​
und aus der Art wie sie ihn riefen​
- als wenn man einen Gott begafft-​
bleibt ihm trotz all dem Golde, das sie in ihm sehen​
von allen Farben, die er sich einstmals so trotzig angeschafft,​
allein das Dunkelrot von Blut.​
 ​
Und, dass er daran selber dunkelt und verflucht,​
das werden sie niemals verstehen.​
 ​
Sie wollen ihn nicht altersmild, nicht weise, ausgesöhnt, nicht gut, nicht leise​
Sie wollen ihn nur wild, wie einen fürchterlichen Riesen​
Doch er kämpft zwergenhaft im Zorn und ohne Wut​
lässt er die Fäuste testen, suchen, fliegen.​
 ​
Klug weicht er aus und kalt, geplant, stößt er nach vorn,​
selbst wenn dort Ströme in die Augen fließen​
und schiere Angst den Gegner weit nach vorne treibt,​
schlägt er den rechten Haken einen Augenblick zu weit​
und auch zu weich, dass er den Gegner nicht entzweit,​
nur grad so stört in seinem Schlag​
 ​
Er weiß doch, dass sie Waren sind die man beliebig kauft,​
verschenkt​
Selbst treueste Anhängerschaft​
Die Liebe, die man ihnen gibt und nimmt,​
ist eine ausgeliehene Kraft​
und nicht für sie,​
nur für die Liebenden​
bestimmt​
 ​
Von all dem Fremden aufgeladen,​
im nächsten Augenblick entladen,​
hingesunken in den Staub des Quirinal,​
nichts als Gelenk und​
endlich nur noch​
ausgerenkt​
 ​
Da kniet er nun auf seinem Gegner ,​
der halb zu Tod geschlagen wankt​
und während er die tödlich Linke spannt,​
taumelt der Gegner in dem Sand.​
 ​
Er weiß,  er hat ja keine Wahl​
Und während sie sein Zögern als Genuss des Totschlages umjohlen​
blinzelt er Tränen fort, verstohlen,  nach der Tempelwand: ​
 ​
Wag es, mein Gott! Ach wag es endlich!
Brich diese seelenlose
Hand!
 
  • Dionysos von Enno
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