Des kalten Körpers Grab

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Strömt belebt durch deine Venen,
Kaltes, bittersüßes Blut,
Während sich zwei Seelen sehnen,
Nach der dampfend heißen Glut?
 
Fehlt, obgleich ich von dir schwärme,
Fast so wie bei des Herzens Saft,
Die gefühlsbezog´ne Wärme?
Beherztheit zu der Leidenschaft?
 
Ich stelle mit Bedauern fest,
Das es nichts gibt, was dich bewegt.
Dass du nicht vom Gedanken lässt,
Der auch dein Herz zu Grabe trägt.
 
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Hallo Freienweide,
 
ein Gedicht, dessen Struktur äußerst interessant ist.
Mir ist der Wechsel des Metrums nicht entgangen:
 
XxXxXxXx
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Ich frage mich allerdings welchen Zweck dieser Wechsel hat. Nach dem Inhalt des Gedichts zu schließen, wird die Erregung des LIs zum Ende hin größer. Es hätte sich eventuell angeboten, gerade das dann mit den harten, also betonten Auftakten des Trochäus zu unterstreichen.
 
Die Wortwahl ist in jedem Fall gut, allerdings fehlt es dem Gedicht ein wenig an Leben, an Gefühl – und das obwohl die Seelen sich sehnen und das LI innerlich noch nicht erloschen sein sollte. (Wenn jemand, für den man offensichtlich in Leidenschaft entbrannt ist, sein Herz zu Grabe tragen will, so stellt man das nicht mit "Bedauern" fest; etc.)
 
Ich hoffe die Hinweise helfen.
 
LG Mesochris
 
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Du konntest mir helfen. Die letzte Strophe soll eher träge herüberkommen, weshalb ich auf einen Wechsel im Metrum verzichtet habe.
Du hast recht: Bedauern ist kein so gut gewähltes Wort.
 
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