Feedback jeder Art Die Legende von Ludwig dem Springer

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  • WF Heiko Thiele
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Der Ludwig, seines Zeichens Graf,
war schon als Kind nur selten brav.
Oft mußte ihn, von Standes wegen,
sein Vater deshalb härter hegen.
Dies aber kam zu Ritters Zeiten
nicht selten vor bei jenen Leuten.
Es machte Väter sogar stolz,
wenn Söhne aus besondrem Holz.
Was sollten sie auch anders denken?
Einander sie sich kaum was schenkten.

 
Wie Paris einst mit Helena,
erging es Ludwig, als er sah
unweit von seinem Thüringen  
die holde Adelheide singen.
Allein, sie war Graf Friedrichs Frau.
Kein Grund, wenn man's anstellte schlau.
So lud der Ludwig Friedrich ein,
zu jagen nach dem wilden Schwein.
Und als sie dann im nahen Wald -
Der Buhler macht den Gatten kalt.

 
Des Friedrichs Bruder indes ging
zu Kaiser Heinrich, denn es hing
vielmehr daran, als nur die Ehr.
Ein reichlich Land zählte schon sehr.
Der vierte Heinrich jedoch war
nicht heimisch. So verging manch Jahr
bis daß der Ludwig, mal auf Reisen,
ergriffen und gesteckt in Eisen.
Auf fester Burg Giebichenstein
saß er zwei weitre Jahre ein.

 
Von sechs Landrittern streng bewacht
mußt warten er manch lange Nacht,
bis sich ergab Gelegenheit,
daß er sich aus der Burg befreit.
Er sandt dem Diener Instruktionen,
es würde sich für diesen lohnen,
und spielte seinen Wärtern vor,
daß Leib und Seele er verlor
käm er nicht kurz ans Tageslicht.
Sie selber dann vors Strafgericht.

 
Sein Diener hatte dienstversessen
den Plan des Grafen nicht vergessen.
Er kam vorbei mit Fuchs und Schimmel,
als Ludwig sprang wie aus dem Himmel
vom hohen Felsen in die Saale
entbunden von gepflochtnem Stahle.
Und schwamm zum Ufer, griff die Zügel
des Pferdes, so dann über Hügel
und Felder, Wiesen, Wald und Au
ritten sie zu des Flüchtlings Frau.

 
Das war inzwischen Adelheide,
die ihrerseits mit großer Freude
den Grafen in die Arme schloß
und tränend dankte Knecht und Roß.
Sie wußte allerdings, ihr Mann
wurde bedroht von Acht und Bann.
So mußten sie zum Papste pilgern,
durch Buße jedes Urteil mildern.
Der sprach sie frei mit seinem Finger.
Und Ludwig hieß: Ludwig der Springer.

 
{2019}
 
Ludwig war übrigens der, welcher die Wartburg erbaut hat.
Die Burg Giebichenstein befindet sich in Halle / Saale direkt über dem Fluß.
 
 
ehemaliger Autor
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Lieber Heiko,
 
gerne werde ich mich noch mit deinem Text befassen, aber um diese Zeit und ich schaue im Darkmodus ist es für mich nahezu nicht lesbar - verzeih also bitte und gedulde dich - ein Gedicht über den Dichterstreit auf der Wartburg habe ich auch schon einmal gemacht  
 
Tolles neues Userbild!
LG Uschi
 
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Ich habe versucht das in einer anderen Schriftfarbe dir per Nachricht zukommen zu lassen.
Welche Farbe ist dir denn am angenehmsten?
Und danke für mein neues Userbild.
 
LG, Heiko
 
ehemaliger Autor
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Lieber Heiko,
 
bitte gestalte deinen Text in Form und Farbe doch genau so wie du ihn für gut erachtest.
Ein starkes Gedicht, das sich fast wie eine 'Moritat' mit einem Augenzwinkern lesen lässt.
Hab gerne hineingespürt, danke, dass du es für mich sichtbar gemacht hast
 
LG Uschi
 
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Ich habe hier an meinem PC / Monitor normales Tageslicht an.
Ich kann natürlich ebenfalls auf "DunkelModus" schalten.  Dann wir die Schrift eben weiß.
In Ordnung.
 
LG, Heiko
 
 
 
  • WF Heiko Thiele
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