Feedback jeder Art Die Toten reiten schnell

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  • Cheti
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Im Vollmondreigen einer Nacht,
auf finst‘ren Pfaden tief im Wald
(wo Uhu weint und Wolfskind lacht,
wo heiser jeder Ruf verhallt),
dort drehen Räder sich sehr schnell –
von einem alten Wagen nur.
Im Nebel wirkt das Mondlicht grell.
Es übertüncht die nasse Spur.
 
Der Fahrer müde von dem Tag –
er soll wie jeder and‘re sein! –
hat einmal nur zu viel gewagt.
Der junge Mann ist nicht allein.
Denn neben ihm (ganz blass und kalt)
es reitet schnell des Schlafs Skelett;
anbei ein Tross von Ungestalt,
ihm ebnend schon das Totenbett.
 
Das Auge zu, das Auge auf.
Das Schicksal zeigt sein bös‘ Gesicht.
Nichts bremst den Hein in seinem Lauf!
Der Steuermann, er sieht ihn nicht.
Moment der Unaufmerksamkeit:
Die kargen Bäume singen schrill.
Am Ende bleibt nur tristes Leid,
wenn alles Tosen plötzlich still.
 
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Irgendwie erinnert mich dieses traumhaft schöne Gedicht an Goethe.  An "wer reitet so spät durch Nacht und Wind". Es ist nur ein Gefühl,  aber davon wohl diese Angst vor dem Unbekannten, dem sich Dazugesellenden. 
Mystische, viele Gedanken hervorrufende und daher tiefgehende Emotionen erwachender Momente.  
Sehr schön geschrieben.  
Danke.  
Sonja 
 
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Hallo Sonja,
vielen Dank für deine lobenden Worte. Ich hatte mich damals auch u.a. von Goethe zu diesem Gedicht inspirieren lassen. Auch wenn der Tod den meistens Angst macht, so hat er doch immer etwas mystisches.
LG Cheti
 
  • Cheti
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