ein nächtlicher Schrein

  • Homo_Ingenuus
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Einsam streif´ ich durchs duftend´ Gehölz,

s´ wird Abend schnell, der Mond erklimmt


die Stufen zum nächtlich´ Himmelsdach.

 

Wie ward mir als ich hört´ der Eule Rufen,


ein Flehen, das mir sollt´ Richtung weisen.

 

Dem säuselnd´ Fluss hier möcht´ ich folgen,


in seinem Bett erstrahlen hell die Sterne,


führen flüsternd mich in weite Finsternis.

 

Und plötzlich wird´s mir ums Herz befangen,


als ich erreicht´ die Lichtung meiner Träume.

 

Schweigend stehst du, gehüllt in weiße Seide,


dein Haar eine schimmernd´ goldene Kaskade.


Lächelnd wirst du mir gewahr, siehst mich an.

 

Zu tausend Rubinen zerspringt mir mein Herz,


auf die Knie fall´ ich, spüre keinen Schmerz.

 

Sterne dringen tief in meiner Tränen Grund,


so verharr´ ich reglos vor deinem Schrein


und lass mich treiben in deiner Wohlgestalt.

 

Es löst sich meine Seele - entschwebt zu dir,


ein Flehen ist der Wunsch: nimm mich auf!

 

Als meine sehnend´ Seele dir willkommen,


so fällt zu Boden nun meine kniend´ Hülle,


sie hat genügend erfüllt ihre irden´ Pflicht.

 

Im Lichte aufgelöst den Sternen entgegen


und so nehm´ ich Abschied von dieser Welt.

 
  • Homo_Ingenuus
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