Hallo Lina,
das ist ganz eigenartig, eine Tür im Feld ist surreal und trotzdem hatte ich beim lesen den Eindruck dass sie tatsächlich da war und dann schreibst du, dass es wirklich so war.
Vielleicht eine Künstlerinstallation? Denn was soll eine Tür ohne etwas drum rum sein.
Früher habe ich auch gerne geschlossene Türen fotografiert. Denn Türen sind auch interessante Symbole.
Vielleicht wollte der Künstler genau das erreichen, das darüber nachdenken, spekulieren, sinnieren, was Türen bedeuten. Also ist dein Gedicht eine konsequente Fortsetzung seiner Arbeit. Gut dass du das Gedicht geschrieben hast.
Ich war mal in Afrika in einem kleineren Ort , dort hatten viele Häuser keine Türen, sondern gegen die Fliegen einen Vorhang, hat den Vorteil, dass auch Luft reinkam. Nun jedenfalls, man konnte nicht an die Tür klopfen, also was machten Besucher ? Einfach reingehen, nein, sie sagten laut und vernehmlich: Tock Tock.
Hab jetzt mal geguglt und bin tatsächlich fündig geworden:
Eine Tür als Kunstinstallation auf der Halbinsel Au
und noch eine in Alberg:
Ja, Türen fesseln mich immer noch.
Zu deinem Gedicht:
die interessanteste Frage, wenn sie mitten im Feld steht gibt es ja kein drinnen und draußen, vor oder hinter der Tür. Wo steht man da und das hast du super in die Frage gesetzt: Wer hat das Privileg "herein" zu sagen.
Eine Tür im offenen Feld ist absurd, denn sie erfüllt ihren Zweck nicht, hat also keine Daseinsberichtigung, ist aber da und wir reagieren auf sie wie auf alle Türen, also gewohnheitsmäßig, wir sind sofort im Türmodus: Was ist dahinter, wer klopft an, wer hat das Recht aufzumachen. Dabei würde ein Schritt zur Seite genügen. Ich stelle mir das echt lustig vor, ich glaub ich stell auch irgendwo ne Tür auf, wenn ich nur wüsste wie sie hält, wie tief muss man sie eingraben damit sie stehen bleibt
Fenster haben übrigens eine ähnliche Faszination.
Liebe Grüße, fasziniert,
Sali