Entscheidung am Abgrund

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Wenn Schatten durch Gedanken dringt,
Der alle Wahrnehmung bedeckt 
Und Dunkel in die Seele bringt,
Dann grinst er, der die Sense schwingt 
Und müde Leiber nieder streckt.
 
Er spendet seine Gegenwart 
Und steigt von seinem Leichenross,
Kommt näher, setzt sich und verharrt,
Für einen Augenblick erstarrt,
Als kalter Knochenkopfkoloss.
 
Er schreitet nicht an seine Tat 
Und zeigt sein Antlitz unverhüllt. 
Das ist, worum schon Mancher bat,
In Hoffnung auf den letzten Rat,
Der müdes Leben neu erfüllt. 
 
Entscheiden hilft er jedem Geist, 
Der beinah zu entschwinden droht,
Der außerhalb des Leibes reist
Und sich von andern Geistern speist,
Bevor ein Tor sich schließt zum Tod.
 
07. August 2006
 
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Sicherlich ist er unser ständiger Begleiter und Beobachter.
Du hast meine Intention perfekt erfasst. Im Prinzip ist es wie bei allem, die zwei Seiten der Medaille, Ying und Yang. Ohne Tod kein Leben, ohne Leben auch kein Tod.
Ich bedanke mich für dein Feedback, 
Beste Grüße, Tobias "Gram" Keitel 
 
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Sprichst du in der letzten Strophe von außerkörperlichen Erfahrungen? Oder will dieser Vers was anderes bedeuten? Ein Nahtoderlebnis?
Auf jedenfall sehr gut verdichtet. Gibt es auch neuere Texte aus deiner Feder?
Herzlich,
Thomkrates
 
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Es freut mich natürlich immer, wenn meine Lyrik Spielraum für diverse Interpretationen lässt. Persönlich meinte ich damit einen Selbstmörder, der im wortwörtlichen Angesicht des Todes es sich nochmal anders überlegt. Klar aus meiner Feder gibt's mehr als zu viel. Leider musste ich gestern feststellen, dass hier lediglich ein Gedicht pro Tag erlaubt ist. 
 
  • Gram
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