Feedback jeder Art Feuerblume

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  • Dionysos von Enno
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Jemand hat das Buch zurückgebracht, 
der es nicht ausgeliehen hat. 
Und das erste Blatt, 
es fehlt
notiert der Bibliothekar 
 
Gedichte, denkt er, wunderbar, 
Gedichte und streicht behutsam die 
Gewichte der gestrandeten Gedanken 
von den handgeschriebenen Seiten.
 
Es gab Zeiten, denkt er, da gab es noch kein 
Druckpapier. Und jedes handgeschriebene Buch
kam schwer von fremdem Lesen, so wie dieses hier, 
vertausendfacht zurück.
 
Hierin: Gedichte, wie aus anderen Zeiten 
und Dichter,  die kein Mensch mehr kennt. 
Seltsam, denkt er, liest und lacht: 
Du kannst das Leben nicht begleiten. 
Lesen ist bloß fremdes Leben zu durchleiden. 
Dein Leben will doch Wirklichkeiten!
Und wieder einer, der sich an den eignen Eitelkeiten
größer macht, als er sich selber wähnt
 
Er summt und blättert durch die Themen,
durch die Jahre. Alles scheint hier tausendfach gesagt. 
Als seien Worte nichts als eine Ware und
Liebe, Tod und Leben bloße Fracht derselben 
Handelskarawane, die auch Geschäfte mit dem 
Rest der Sehnsucht macht. 
 
Das alles ist doch altbekannte Singerei!
Wem soll das heute denn noch reichen, sagt er, 
flüchtet durch die Seiten bis zu der einen Seite,
die blieb frei.
Darauf gelegt, als Lesezeichen, selber Werk,
oder als bloße Spielerei, 
die Feuerblume, 
die einst brannte. 
 
  • Dionysos von Enno
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