Hallo Pimp-G.aka dunuubdu,
auf ein paar Punkte aus deiner Antwort gehe ich noch einmal ein. Danach
werde ich mich aus umfangreicheren Diskussionen ausklinken. Mein Tipp:
Lies Gedichte, schreibe Gedichte, kommentiere Gedichte ...
Warum Du bei "Man riecht gar Wasser fließen" leicht wirkst als wüsstest
Du damit nichts anzufangen ist mir noch unklar.
Fließen ist ein Vorgang, substanzlos und m.W. geruchsneutral. So wie
du diesen Vers formuliert hast, suggerierst du, es wäre möglich das
Fließen zu riechen ... Für meinen Geschmack ist das einfach ein Zuviel
an: Verwirrung der (Frühlings-)Gefühle. ('Ich rieche das fließende Wasser'
wäre m.E. grammatikalisch okay.)
Ich weiß ich hätte dieses Gefühl deutlicher in die Strophe packen
können, aber das hätte vielleicht auch ein Gefühl vorgegeben, welches
ein Leser in einer solchen Situation nicht haben muss. Aber für eine
Sache musste ich mich in dem kreativen Prozess der eben spontan war
entscheiden.
Du willst vermeiden ein 'Gefühl vorzugeben'?
Damit wirst du m.E. zum (möglichst) neutralen Beobachter, der diverse
Sachverhalte, Prozesse, Objekte etc. so sachlich wie möglich beschreibt.
Klar, das kannst du machen. Aber ein Frühlingsgedicht kühl, sachlich,
analytisch, ohne jegliche Emotionen ...? Üblicherweise machen m.E. gerade
die subjektiven Empfindungen des Verfassers das Wesen eines Gedichtes
aus. Dann habe ich als Leser die Möglichkeit, meine Empfindungen mit des
LIs Empfindungen abzugleichen ...
Aber einige Gedichte begründen sich eher in ihrer Entstehungsart als in
ihrer Zielsetzung oder Aussage. Versteht man circa was ich meine?
Ich verstehe was du meinst und respektiere deine Herangehensweise. Ich
selbst glaube nicht an diese Theorie: Ein Gedicht, das sich allein in
der Art und Weise der Entstehung begründet ... Sorry, da klink ich mich
aus. (Das Wissen um die Entstehung eines Gedichtes kann durchaus ein
fundamental wichtiger Aspekt des Zugangs zu, des Verständnisses für ein
Gedicht sein - aber eben nur ein Aspekt. Zum Beispiel hat Bonhoeffer
sehr schöne emotionale Gedichte geschrieben, als er im Gefängnis saß,
den nahen Tod vor Augen ...)
denke ich oft es sollte nicht nach Regeln folgen , sondern dem Gedanken
oder der Intention,
... und doch besteht dein Gedicht aus fünf Strophen zu je vier Versen,
gereimt. Diesen Regeln bist du erkennbar gefolgt. - Ich geb mal kurz das
Orakel: Im Laufe der Jahre wirst du feststellen, dass es so ganz ohne
Regeln nun mal nicht geht.
Auch wenn ich dieses Gedicht vielleicht nicht umschreiben werde, wäre es
schön, wenn Du magst, wenn Du mich ein paar Alternativen hören lassen
könntest, wie sie vielleicht besser in Deine Vorstellung passen würden.
An deinem Gedicht schraube ich nicht herum (das ist viel Arbeit, die so
wie du selbst schreibst, nutzlos wäre, da du dein Gedicht mutmaßlich
nicht umschreiben wirst und es zudem dann nicht mehr dein Gedicht wäre).
Wenn du wissen möchtest, wie ich beim Gedichte schreiben ticke, kannst
du hier im Forum nachsehen und 'meine Alternativen' lesen.
Mein Credo: Ein Gedicht besteht aus zehn Prozent Inspiration und neunzig
Prozent Transpiration.
Pimp-G.aka dunuubdu, wie spontan oder reflektiert, wie regelkonform oder
nonkonformistisch, neutral oder emotional deine Gedichte auch sein mögen
- ich wünsche dir weiterhin viel Freude beim Schreiben.
LG
Berthold