Ich hör den Wald

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Ich hör das Scheit im Feuer knacken
und den Gefährten Brennholz hacken,
das Schweinefleisch im Schmalze schmurgeln
und wie die nahen Gumpen gurgeln.
 
Ich hör die Brut des Uhus brabbeln,
den Igel durch die Kräuter krabbeln,
im Wurzelloch nach Futter kramen,
nach Würmern, Schnecken, Pflanzensamen.
 
Ich hör den Wind mit Wipfeln witzeln,
die Kronen kosen, kraulen, kitzeln
und säuselnd, so als würd er schmeicheln,
die Sträucher und Gestrüppe streicheln.
 
Ich höre einen Vogel flattern,
um einen Falter zu ergattern
und dann ein Blatt hinunterpurzeln,
vom Ast zurück zu seinen Wurzeln.
 
Ich hör den Laut von tausend Dingen
aus dieser großen Stille dringen
und möchte mich vor ihr verneigen
mit tiefem, innerlichem Schweigen.
 
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Mir gefällt es auch sehr gut, besonders die Wortwahl der Reimwörter ist dir auch sehr gut gelungen.
 
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Hallo Elvis,
 
ein Gedicht, bei dem ich meine Ohren spitzen muss. Spannend.
So viele Geräusche, die die heimelige Stille des Waldes unterbrechen, sie gleichsam umrahmen und so den Genuss der Stille m.E. erhöhen.
Hübsche Wortspielereien, ein Panoptikum an akustischen Eindrücken, sauberer Reim und Rhythmus und ein überzeugender Schlussgedanke – Herz was willst du mehr.
Dein Gedicht 'Ich hör den Wald' gefällt mir sehr! aint:
 
Habe gern mitgelauscht
LG
Berthold
 
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Habs nochmal gelesen. Gefällt mir immer besser.Besonders die Stelle mit dem Igel amüsiert mich. Ich sehe ihn richtig vor mir, wie er da im Wurzelloch kramt.
 
Schnulle
 
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Freut mich sehr, dass euch das Gedicht gefällt.
 
Schnulle:
Ja, der kramende Igel ist auch eins meiner Lieblingsbilder hierin.
 
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