Melancholie

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Melancholie
 
Trübsinn
 
Nebelschwaden fließen unaufhaltsam,
Mystisch und vollkommen in die trüben
Tränentümpel, die erdrückend in der
Spannungsvollen Stille schlafen und
Welche ungeheuerlich verschmelzen
Mit dem grauen, malerischen Fluch.
 
Seidne Regenfäden flackern zäh
Meine Blockhausfensterscheibe runter.
Durch ihr Waschen schimmert sie verletzlich,
Zart wie meine weich und weiße Haut.
Bleiche Blitze sprühen kurzzeitig
Hoffnungsschimmer in die dichte Luft.
 
 
Träume
 
Traumverlorne Verse schweben sanft
Durch die Schwalle des Utopia.
Lichtscheinfetzen leuchten grünlich hell,
Deren Wachs Rinnsale nährt und sie
Durch das gläserne Staublabyrinth
Schützend weist. Ach, Träume, immer Träume.
 
Fein zersplittert sterben Spiegelträume
Zwischen Zwielicht des verheulten Mondes
Und dem Rauch des kalten Träumersterns.
Die Alleen aus Trauerweiden sind
Gleich dem leeren, engen Lebensweg
Der die heiße Denkensglut umzingelt.
 
 
Tränen
 
Triste Tränen trüben gläserne
Schattenaugen eines Regenschweifs,
Der den Lebensscherz bewusst belacht.
Sie auch tropfen mutig, sanft entlang
Meiner Fensterscheibe, die davon
Feine Sprünge zitternd, still gebärt.
 
 
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Hi Jools, ich finds absolut klasse, habs gerne gelesen
Alles Liebe
Angel
 
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Hallo Jools,
so ein gelungenes Gedicht über Melancholie habe ich wohl noch nie gelesen, und ich bin schon ein paar Jahrzente auf dieser Welt.
Die Regenfäden in Verbindung mit dem Körper und den bleichen Blitzen als Hoffnungsschimmer gehen tief in die Seele ein, genau wie Du Spiegelträume sterben lässt im Zwileicht eines verheulten Mondes und einfach der Freude alles nimmst, selbst den Träumerstern und den umzingelten,leeren,engen Lebensweg. Tiefer und ergreifender kann man Melancholie kaum ausdrücken.Repekt!
Liebe Grüße
d.kleine Bärin
 
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auch hier muss ich mich ganz herzlich für das eigentlich ungetrübte lob bedanken. das macht mut; vorallem, da ich bisher nicht sehr von meinen dichterischen fähigkeiten überzeugt war. vielen dank!
 
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hallo jools, du hast ausdrucksstarke wunderschöne berührende Bilder verwendet, deine sprache ist sehr geschmeidig, es liest sich sehr gleitend das ganze. man fühlt sich eingefangen von deiner intensität im schreiben und es geht schlichtweg unter die haut. Es kommen starke gefühle auf beim lesen und mir fallen spontane eigens erlebte situationen dazu ein und damit verbundene schwer erlebte phasen, sie werden aufgerüttelt beim lesen deiner worte... ich kann mich wiederfinden und halte es für sehr gut beschrieben und gelungen.
 
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Wirklich schön gemalt, nichts auszusetzen
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mfg Torsul
 
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mir ist das oft zu überladen.
 
Nebelschwaden fließen unaufhaltsam,
Mystisch und vollkommen in die trüben
Tränentümpel, die erdrückend in der ...
 
Traumverlorne Verse schweben sanft
Durch die Schwalle des Utopia.
Lichtscheinfetzen leuchten grünlich hell,...
 
 
 
 
@kleine Bärin: wohl paar jahrzehnte zu wenig:
 
Melancholie (Trakl)
 
Bläuliche Schatten. O ihr dunklen Augen,
Die lang mich anschaun im Vorübergleiten.
Guitarrenklänge sanft den Herbst begleiten
Im Garten, aufgelöst in braunen Laugen.
Des Todes ernste Düsternis bereiten
Nymphische Hände, an roten Brüsten saugen
Verfallne Lippen und in schwarzen Laugen
Des Sonnenjünglings feuchte Locken gleiten.
 

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