Feedback jeder Art Sturm am Meer

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  • WF Heiko Thiele
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Rauschend türmt sich Well‘ an Welle.
Sturmgepeitschte Möwen schrein.
Donnerwolken, wo's einst helle.
Erste Blitze schlagen ein.
Schutz sucht sich des Menschen Habe.
Jeder Hafen ein Versteck.
Daß das Meer nicht wird zum Grabe,
heißt es jetzt: All hands on deck.
 
In den Wanten die Matrosen
hangeln sich zum Mast empor.
Ihre ölgetränkten Hosen,
deuten an den Shantychor.
Doch zum Singen ist beileibe
niemand hier grad aufgelegt.
Auch die Lust nach einem Weibe
hat das Wetter weggeweht.
 
Kiefern beugen sich zum Lande.
Jede Lüge ausgeträumt.
Schilfgras hält sich fest im Sande.
Fortfliegt, was den Halt versäumt.
Wer weiß, wieviel Kilometer
sich das Unheil einverleibt.
Der Mensch neigt sich vor dem Täter,
hofft, daß noch was übrig bleibt.
 
Doch so schnell, wie es gekommen,
ist vorüber oft der Spuk.
Die Natur steht auf, benommen.
Wer vorsorgte, gilt als klug.
Denn wer denkt, er sei der Stärkste,
hat von vornherein verspielt.
Jedem droht einmal das Ärgste,
ganz gleich, ob Fortuna schielt.
 
[2011]
 
Autor
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Nun, es wundert mich, dass bis jetzt niemand sich zu diesem großartigen Gedicht geäußert hat.
Ich tue ich hiermit.
Ich war mitten im Sturm.
Sehr gut lieber Heiko.
Liebe Grüße 
Carlos
 
 
 
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Ja, manchmal denkt man auch, die Leserschaft äußert sich mehr. Und dann, wenn es "nur" ein kurzer Spruch ist, überhäuft man einen mit Kommentaren.
Dir danke ich jedenfalls für den deinigen.
LG Heiko
 
  • WF Heiko Thiele
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