Tanzen im Sturm

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Ein Wort nur von dir ist ein Spiel mit dem Wind:
Wenn er sich erhebt,
Schon die Brust mir erbebt
Und er feixt nur und lacht wie ein Kind!
 
Ein Kuss schon von dir ist wie rettendes Licht:
Es bricht durch das Grau,
Kennt den Weg ganz genau,
Ist das Wolkenmeer auch ach so dicht.
 
Ein Blick reicht von dir und ich schwebe hinauf.
Ich dreh mich im Regen,
Er peitscht ganz verwegen,
Doch ich nehm' selbst die Sintflut in Kauf.
 
Ein Leben mit dir ist wie tanzen im Sturm:
Über mir die Gefahr,
Sie ist fern, sie ist nah!
Nur ein Grollen und ich steh' unter Strom!​
 
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Hallo Wolkenwolf!
 
Schön, wie sich hier das Motiv mit dem Melodischen verbindet, wozu die Entscheidung zu den tanzenden Anapästfüßchen stark beiträgt 🙂
 
Auch Dinge wie: Wind, Licht, Grau, Regen, Wolkenmeer, Sintflut und Gefahr
oder die Verben: erhebt, erbebt, bricht durch, peitscht oder natürlich tanzen
unterstreichen Melodie mit Bildgeschehen. Finde ich gut hineingespürt. Das Spielerische, Verzauberte mit dem Einlassen auf die Gefahr ist so selbst eine Art Tanz, was das Gedicht ja auch darstellen möchte.
 
Bedenken würde ich persönlich allein den letzten Vers. Natürlich mitunter deshalb, weil Strom kein schöner Reim auf Sturm ist, aber vielmehr, weil ich die Floskel "unter Strom stehen" nicht ganz so harmonisch in die Motivik eingebunden empfinde wie den Rest.
 
Aber letztlich ist Dir ganz besonders in punkto Klangharmonie zum Bildgeschehen das Gedicht gelungen.
 
LG
 
Beteigeuze
 
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