Wandlung

  • Homo_Ingenuus
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Eisernes Grau durchweicht den Tagbeginn,

tiefrot fließt hinein das Blut meines Herzen,


zeichnet wie verschütteter Amphorenwein


Flüsse, Seen, die erhellt von Trauerkerzen


mir Richtung weisen zu dir, deinem Sein,


nur die Deutung verschließt sich dem Sinn.

 

Dem Omega gewiss, dem Alpha nicht gewahr,


treibe ich gelassen im Strudel tiefer hinab.


Grab, du mein einzig verbliebener Ruheort,


hinfort das Grau, verflossen das Rot im Jahr,


schließe ich ein letztes Mal die trüben Augen.

 

Schlaf in Äonen, geweckt von weißen Tauben,


die geräuschlos das Herz nunmehr neu belebt,


mit ihren Schwingen eingehaucht den Glauben


der vom jenseitigen Tode wieder aufersteht.

 

Ein blinzelnder Blick, meiner Hände Geschick,


ergreife ich sacht bedacht den Lebenspinsel,


setze an und zeichne bunt - einen Weg zu dir.

 

Wandlung, Alpha, Omega, der Anfang am Ende,


nah und näher, fühlend, ich taste, meine Hände

 

greifen nach vorn...und legen sich nun in deine.

 
Autor
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Hallo Flo!
 
Ein wunderbares Gedicht!
 
Mir gefällt besonders der Aufbau. Das war eine tolle Idee, bei jeder Strophen eine Zeile wegzulassen, wobei sich der Inhalt immer mehr auf das Wesentliche reduziert und das Gedicht schließlich mit einem wunderbaren Abschlussatz endet!
 
Wirklich sehr gelungen!
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Vielen Dank Julian
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ja, das wichtigste und aussagekräftigste zum Schluss,
so dachte ich mir das
 
  • Homo_Ingenuus
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