Feedback jeder Art Zwischen Weihnachten und morgen

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  • Nesselröschen
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Zwischen Weihnachten und morgen
 
Wie kühl sitzt du,
die Züge beherrscht,
die Sätze abgebrochen,
die Lippen versiegelt,
auf der Sesselkante.
 
Was sprichst du mir ab, Tochter,
mit der Nennung meines Namens,
ach, so liebevoll doch
auf Goldpapier geschrieben?
 
Was legst du nicht alles
zwischen rankende Buchstaben,
sorgfältig: den Himmel und tausend Sterne,
nur für diese eine Heilige Nacht.
 
Das Parfüm der Jahre
möchte ich verwahren,
in Geschenkpapier gewickelt,
von unbeschwert kindlicher Hand.
 
Erwache in den noch nie
so kalt dastehenden Allerweltsnamen
und fühle die Dornen,
die du für mich 
auch zwischen die Buchstaben gelegt hast.
 
Ein Satz verlässt dennoch
blass deine Lippen,
rückwärts gewandt,
in die Luft geworfen,
zwischen uns:
Das verbittest du dir – das
sollte ich wissen.
 
 
Autor
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Hallo @Nesselröschen
 
Das klingt nach einer Mutter/Tochter Beziehung, die auf keinen grünen Nenner kommt. Da ist offensichtlich einiges schief gelaufen. Realität und Erwartung widersprechen sich. Und warum sollte das Verhältnis zu Weihnachten klappen, wenn es das ganze Jahr nicht klappt?
 
Traurig schön, berührend!
 
LG Teddybär 
 
Autorin
Registriert
10.08.20
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Liebes Nesselröschen, sehr starke Zeilen. Dazu fällt mir ein, dass keiner nur zu Weihnachten aus Pflichtgefühl auf heile Familie machen muss oder sollte. 
 
Es grüßt Juls
 
Autorin
Registriert
30.03.20
Beiträge
739
Hallo Nesselröschen,
 
tief bedrückend, sehr gut verpackt, starke Bilder, berührend
und traurig.
 
Liebe Grüße
Liara
 
ehemaliger Autor
Registriert
12.06.21
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1.685
Dem schließe ich mich an liebes Nesselröschen was schon zuvor Liara meinte, melancholisch traurig und tief bewegend!
 
Liebe Grüße
Uschi
 
G

Guest

Gast
und fühle die Dornen,


die du für mich zwischen die Buchstaben


unter meine Hände


wie Reißnägel gelegt hast.
 
und fühle die Reißnägel,
die du für mich zwischen die
Buchstaben und
unter meinen Händen gelegt hast. 
 
Liebes @Nesselröschen
Freie Formen profitieren stilistisch wenn Vergleiche zu einer direkten Symbolik werden. Das macht das Bild unverbrauchter und stärker und kommt weniger verschwurbelt daher.
 
Erst sind es Dornen, dann sind sie wie Reißnägel. Diese Steigerung oder Konkretisierung ist unvorteilhaft für das Werk. Hier solltest du aufpassen, dich nicht zu übernehmen.
 
Gern gelesen,
 
lg EV
 
Autorin
Registriert
20.03.21
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Ihr Lieben, @Teddybär, @Létranger, @Darkjuls, @Liara, @Uschi R., @Eisenvorhang,
 
ich danke euch herzlich für die einfühlsamen Worte!
 
Vieles, was während des Jahres Thema ist, kommt gelegentlich zu Weihnachten wieder hoch. 😉
 
Deinen Hinweis, @Eisenvorhang, kann ich gut nachvollziehen, allerdings bevorzuge ich die Dornen statt der Reißnägel. Fast ist mir auch der Zusatz "unter meine Hände" zu viel (gut, dass du die Strophe kopiert hast - ich ändere mal meine Version), vielen Dank!
 
Danke, @Josina und @Carolus für die Smileys!
 
Euch allen wünsche ich einen guten Rutsch ins Neue Jahr! Leider rieseln hier bei uns die Schneeflocken nur über den Bildschirm, was ich auch überraschend schön finde!
 
LG Nesselröschen
 

 
  • Nesselröschen
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