Feedback jeder Art in deinem Schlüpfer

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  • Nesselröschen
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am offenen Fenster
heb' ich mein Glas
in hohen Stillettos
und rauche mein Gras
in blonder Perücke
mit blutroten Lippen
auf dass ich es schaffe
die Pulle zu kippen
bevor du nach Hause kommst 
...dann irgendwann
und ich wieder der sein muss
der dich mal kann
 
nur weil ich besoffen bin
...in deinem Schlüpfer
 
 
 
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Ja Lindemann hört man raus
aber da ich seine Gedichtbände/Alben natürlich auch kenne, ist es wie alles was in diese Richtung geht ein Teils brutaler und ein Teils schmeichelnder Schnitt mit einem Messer
Top gefällt mir. 
LG Alex 
 
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Hallo Managarm,
 
ein interessantes Gedicht. 
 
Ich persönlich fände das Bild klarer und in gewissem Sinne auch stärker, wenn es die männliche Figur ganz einfach bürgerlich zeichnen würde, nicht so erniedrigt und knittrig. 
 
Der Suff, das "der dich mal kann", das eher komisch wirkende Wort "Schlüpfer" reißen es für mich zu sehr in das Bild eines "Loosers", und das ist ja keine sonderlich revolutionäre Sichtweise.
 
Gruß Lé.
 
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Hallo Managarm!
 
Sehr cool und am Leben nah. Ein Mensch während eines Tiefpunkts portraitiert und gelungen eine verzweifelte Sehnsuchts-Gier dargestellt. Manchmal muss man abwägen im Leben, zwischen den einen Neigungen und den anderen. Gibt aber nix schlimmeres als etwas verheimlichen zu müssen. 
Ideal wäre es, wenn man völlig offen zu seinem Partner sein könnte. Tja... die Angst vor dem "nackt" sein.  
 
 
Erinnert mich an mein Gedicht: SchleGaZ - das schlechteste Gedicht aller Zeiten. 
Da merkt man wir haben ähnliche Inspirationen. Der gemeinsame Nenner ist wohl Lindemann? Da ich Bukowski (noch) nicht kennengelernt hab. 
 
Es grüßt der pöbelnde Bärtige mit der Sonnenbrille und blonden Perücke. 

 
 
 
 
 
 
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Hallo @Alexander
Man hört in mehreren Werken von mir den Lindemann raus
 
Hallo @Joshua Coan
Ja, in manchen Sachen ähneln sich unsere Inspirationen
 
Hallo @Létranger
Er soll aber ein Looser sein
 
 
 
Vielen Dank
 
LG Managarm 
 
 
 
 
 
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Hi Managarm,
ein verletzliches LI. Dein Text wirkt auf mich weder schlüpfrig, noch traurig, es wirkt grundehrlich,
und dabei aufbegehrend.  Das LI ist sich selbst nah, weil es genau weiß, wo es steht, weil es sich nicht verstellt im starken Moment von einsamer Authentizität. Der schmerzhafte vorgespielte Alltag  im sozialen Kontex scheint nur mit Alkohol erträglich zu sein. 
LG Amadea
 
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Hallo Managarm, es ist traurig, wenn man der sein muss, der man nicht ist, nicht sein will. 
Beeindruckend in Szene gesetzt mit Deinen Worten. 
 
Lieben Gruß Darkjuls
 
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Hi Managarm,
 
...das Gedicht kommt mir auf den ersten Blick vor wie eine Schwarzweißfotographie. Oder als stünde ich in einer Tür und schaute in einen Raum mit ihm am Fenster – und zugleich schaue ich über seine Schulter mit ihm aus dem Fenster...
 
Die Stillettos, samt Perücke, Lippen, Pulle und Schlüpfer sind übertrieben grell nachcoloriert.
 
Dein Gedicht beginnt wie eine gute Momentaufnahme, die eine komplette Geschichte in sich trägt.
 
...der dich mal kann...
 
ist schlau gesetzt, mehrdeutig zu lesen und gibt der mir viel Raum, mir auszudenken wie die Szene wohl weiter geht.
 
Vielleich trügt ja der erste Eindrück, und dein Gedicht ist keine Momentaufnahme, die eine komplette Geschichte in sich trägt. - Sondern eine Einleitung der eine vielzahl möglicher Geschichten folgen könnten...
 
...und natürlich ist es - wie immer - auch ganz anders.
 
LG
 
von Gaukel
 
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Hi Managarm,
 
als ich das Gedicht das erste Mal gelesen habe, sind mir mehrere Dinge dazu eingefallen, die ich hierlassen möchte.
 
Nämlich, wie sehr das Kleidungsstück eines Menschen, den eine liebt oder in den sie aktuell vernarrt ist zum Ersatz"objekt" werden kann, wenn dieser Mensch nicht da ist.
 
Eine Freundin von mir hat mir mal erzählt, wie sie, die von ihrer Oma aufgezogen worden ist, als diese länger nicht da war mit fünf oder sechs Jahren die Kleider von der Oma übergezogen hat und sich genau wie diese mit einer Flasche Malzbier an den Ofen gesetzt hat.
 
Diese Erzählung hat mir meine Freundin sehr liebenswert gemacht.
 
Und was mir noch eingefallen ist, das ist der Film "Hanami" von Doris Dörrie.
Ein Mann hat nicht so sehr viel Interesse am Leben seiner Frau . Sie liebt die japanische Kultur sehr und insbesondere das "Butoh"-Tanzen. Er nimmt das nicht wirklich wahr und auch nicht ernst.
Als sie stirbt, fährt er - auf der inneren Suche nach ihr - nach Japan und macht da eine Verwandlung durch.
 
Das ist ein sehr bewegender und tiefer Film.
 
Dein Gedicht hat sehr viel mit dem Schatten zu tun ... .
 
Gerne gelesen und bedacht
 
Sternenherz
 
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Hallo, Managarm,
 
ein sehr nacktes Bild voller Mut und Trauer/Schmerz (oder Wehmut)! 
 
und ich wieder der sein muss


der dich mal kann
 
Meine Lieblingsstelle - und hierfür das Wow. Vielleicht hat die darin enthaltene Erkenntnis gerade in den beschriebenen Minuten Gestalt angenommen. Um das zu beschreiben, genügte fast der Titel: In deinem Schlüpfer / ich bin der, der dich mal kann. Aber, das andere ist viel zu gut, um weggelassen zu werden!
 
Sehr schön und ergreifend - gefällt mir!
 
Liebe Grüße
Grit
 
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