Guten Morgen Liara,
du meinst die Kalen sollen auch mit in den Sack. Kein Thema - auch die kriegen dort ihr Plätzchen gefunden. Und wenn sie sich beschweren, dann sagen wird ihnen sie gehören ja irgendwie auch zu den Extremisten. Aber das tun wir erst wenn sie schon drin stecken. Und die Grenzmörder, na klar, die mag auch niemand leiden, weil sie andere für sich leiden lassen. Also rein in den Sack.
Bei den Uckern bin ich noch etwas unentschlossen. Zukunftsschädlich sind die auch. Aber während die Eingesackten die Stolpersteine auf den Weg in unsere Zukunft sind und schlicht und einfach den Platz frei machen müssen, sind die Ucker eher wie überflüssiges Gepäck. Die haben keinen eigenen Antrieb. Die kann man vielleicht auch einfach zurück lassen. Wer sich aufrafft und mitläuft ist mit dabei. Und wer nicht, der einsiedelt sich eben als Jammerbarde/In ohne Publikum irgendwo im „Früher war alles besser“ fest. Oder komm später nach, oder...
Aber Davonlaufen (vor wem oder was auch immer) ist keine gute Lösung. Zumindest nicht, wenn man kein sicheres Ziel vor Augen hat, sondern im Grund darauf hofft oder vertraut, in Deckung oder in Bewegung zu bleiben, damit Andere aus der Herde, die anfälliger und schwächer sind, den Hunger der Raubtiere stillen.
Hey, und wir müssen ja gar nicht drauf hauen wenn sie alle im Sack sind. Machen wir doch etwas draus, was wir uns wie Brot einverleiben können. Sollen sie doch z. B. im Sack bleiben und ihr Potential in virtuellen Simulationen ausleben. Vielleicht entwickelt sich mit der Zeit etwas brauchbares daraus. Und wenn nicht, dann sind sie unter ihresgleichen und zahlen selbst für ihre Irrtümer. Sollen sie eben ihre eigene Lösung finden oder sich gegenseitig auffressen. So lange sie im Sack bleiben soll mir auch das recht sein.
Hmmm, du, ich weiß nicht mal so recht was das eigentlich ist, das „Gemeinwohl“. Aber in dem Wort steckt „Gemein“ drin. Und vielleicht ist das schon Orakel genug.
Z. B. wie: Entweder wir überlassen das Wohl denen, die gemein genug sind sich auf Kosten der Welt und ihrer Bewohner zu bereichern – oder wir sorgen Gemeinsam dafür, dass uns allen genug Wohl zur Verfügung steht.
Hallo Sternenherz,
die Machtelite hat ja schon im schlechten, alten Rom das Model „Brot und Spiele“ definiert. Solange die „Massenmenschen“ nicht zu sehr hungern und irgendwie beschäftigt sind, kann die Elite außerhalb der Wahrnehmung der Herde machen was ihr beliebt. Die aktuelle Krone dieser Schöpfung sind Chips (die kosten in der Herstellung nicht mehr als Brot und machen fett, hässlich, träge und glücklich) und das kleine Fernsehspiel (das macht große Retortengefühle). So bleibt still, was still sein soll.
Alternativ gibt es noch das Model „Bete und Arbeite“. Auch ein Vollbeschäftigungsmodel. Und wenn man für beten das Wort meditieren einsetzt sind wir auch schon wieder bei der Glotze. Fernsehen ist - zumindest was den Stoffwechsel betrifft – dem Fernsehen gleichwertig. Der Körper braucht beim Meditieren und beim Fernsehen sogar weniger Energie als bei Schlafen. Bei Geräten wäre das der Stand-by-Modus. Beim Menschen ist es eher der God-by-Modus – quasi auf Augenhöhe mit dem Scheintod.
Ja, wir gehen sträflich mit unserer Zeit um. Aber jetzt gilt es ja den Sack zu füllen. Das ist alle Male besser als sich unfreiwillig freiwillig sedieren zu lassen. Oder wir fangen direkt damit an unsere Zeit nicht mehr als Wirtschaftsgut zu verkaufen, sondern mit Zuneigung zu verschenken.
Und ja du hast Recht, Niiiiiemals hatte die Menschheit so viel Potential wir derzeit. Es ist nicht nur nach Gandhis emotionaler Einschätzung sondern auch nach Berechnung von Wirtschaftswissenschaftler genug für das Wohl aller Mensch vorhanden. Aber eben nicht genug für die Gier aller Menschen. Und die Gier ist oft Ausdruck von Zukunftsangst. Wer schlechte Zeiten erwartet legt einen Vorrat an. Um so mehr Menschen hamstern, um so mehr bekommen Angst. Und plötzlich kommt einem der Überfluss wie Mangel vor. Und schlagartig fehl in den Läden das Klopapier, und das, obwohl nie mehr Klopapier im Umlauf war als in dieser Zeit. Mit ein wenig Vertrauen in seine Mitmenschen hätte man wissen können, dass einem schon von irgendwem eine Rolle abgegeben wird. Es ging ja noch nicht mal um etwas Existentielles oder Wertvolles. Allein die Angst vor einer kurzfristigen Welt ohne Klopapier, lässt uns Menschlinge in eine Urangst verfallen, die an Lächerlichkeit ihresgleichen sucht. Und darauf kann es (egal ob von Göttern oder dem Schicksal oder wem auch immer) nur eine Antwort geben. „Hört auf damit.“ und „ Ihr habt alles und mehr, um es gut zu machen, ihr braucht keinen Beistand, ihr müsst nur wollen und anfangen.
Ich glaube nicht mal das es ein Verzicht ist, wenn man sich von überflüssigem Ballast befreit. Im Gegenteil. Ich plädiere für weniger „haben“ und im Ausgleich dafür für mehr „sein“. Z. B. Glücklich und voller Mut und frischer Ideen für die Zukunft, die ja bereits Übermorgen neu verschenkt wird.
Bossanova, ja, für alle die wollen wird es eine Zukunft der Freudentänze.
Danke für eure Kommentare, die sind mit sehr wichtig
und Liebe Grüße
in einen sonnigen, gechillten Montagmorgen
vom Gaukel