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Besonders ansprechend finde ich, den Wind sozusagen in die Schranken zu weisen und gleichzeitig den Wind nicht zu verteufeln sondern eine Alternative aufzuzeigen.
Sehr schön
Worüber ich etwas stolpere, ist das "viel". Ich für meinen Teil lese das eher betont. An sich klingt es ja dennoch gut und das "wehst" hat im Vergleich zu dem "viel" ja auch eine stärkere Betonung. So gesehen ist das sicher nichts Gravierendes.
Dennoch probiere ich mal umzustellen:
Wind, der du stürmst so wild! Bedenke: Zart ist die Knospe!
Wind! Du wehst viel zu wild! Bedenke: Zart ist die Knospe.
Knicke sie nicht vor der Zeit. Streichle sie, schau! Sie erblüht!
Wind! Du wehst viel zu wild! Bedenke: Zart ist die Knospe.
Knicke sie nicht vor der Zeit. Streichle sie, schau! Sie erblüht!
Ein weiteres Problem sehe ich in der Interpretation jungerMann/ junge Frau. Warum sollte der Wind nur anfangs aufmerksam sein und später erst die Blume brechen dürfen?
Was den symbolischen Resonanzraum betrifft, kann ich zwar deinen Ausführungen
folgen, halte aber das gewählte Bild nach wie vor für nicht passend, auch wenn du das "knicken" gegenüber dem "brechen" hervorhebst. Das betrifft aber nur die Art und Weise, wie ich das Bild wahrnehme und deshalb würde ich (siehe oben) da anders vorgehen. Für die anderen scheint das Bild ja stimmig zu sein.
ferdi schrieb:Ich denke wie Miserabelle, das "viel" ist ein kleines Sorgenkind im Text; was vielleicht noch auffälliger wird dadurch, dass du es eigentlich gar nicht brauchst – für mich jedenfalls ist zwischen " zu wild" und "viel zu wild" kein Unterschied, der für dein Distichon von Bedeutung wäre.
ferdi schrieb:Zum Lautlichen: Das ist gerade beim Distichon ein wichtiger Bestandteil. Man muss aber aufpassen, dass die Aufmerksamkeit nicht von der Versbewegung, die ja den Versraum konstituiert, weg auf die Klangwirkungen gezogen wird; dann zerfällt das Distichon in eine Art eigenrhythmischen Text?! Von daher sind mir die drei "w" am Anfang eigentlich schon zu mächtig.
ferdi schrieb:Auch: Die Klangwirkung der Senkungssilben ist ziemlich klein – das ist oft eher eine "Augenwirkung", erst recht, wenn es dann noch Artikel sind oder Vorsilben.
ferdi schrieb:Schließlich: Es lohnt sich, denkt man über derlei nach, die Versbewegung und den Klang zu verbinden, meint, die Abfolge der Laute für die Bewegung des Verses nutzbar zu machen. Also hier etwa:
Wind, du wehst zu gewaltsam! Bedenke: Zart ist die Knospe.
ferdi schrieb:Hm. Jeder hört und fühlt Klang anders – aber ich fände es angenehm, zwischen den Gegensätzen "Wind" und "Knospe", die den Vers beginnen und schließen, zwischen "hell" und "dunkel" einen vergleichsweise ausgeglichenen Vokalklang zu haben. Darüber hinaus ist da auch eine "Nach-vorne-Bewegung", nicht zuletzt, weil das "gewaltsam" das "w" noch einmal aufnimmt, während später dann das "Zart" wiederum das "a" aufnimmt. Hm. Hm. Wird jetzt vielleicht nicht so ganz deutlich, weil ich den Vers ja nur verändere, statt ihn gleich daraufhin anzulegen, aber vielleicht ist ja doch ahnbar, was ich meine? Als letztes wäre noch zu nennen, dass der Vers so in seinen Hälften eine fallende Bewegung wiederholt, aber eben "einen Ton tiefer", was die Entwicklung auch betont: "i-e-a", "e-a-o". Na, soweit, als Verdeutlichung, wie sich meiner Erfahrung nach Vers und Klang verbinden lassen.
ferdi schrieb:Als letztes noch ein in der Bildlichkeit verwandtes Epigramm, das ich eben bei Gebauer gelesen habe. Schade, dass wir heute "Nord" für den rauen, "West" für den sanften Wind nicht mehr wirklich sagen; das sparte viel Adjektivlast im Vers!
Die Blume und der West
Die Blume
Küsse mich immer, o West, bald welkt ja der duftige Mund mir,
Und der bezaubernde Reiz sinkt in die Erde hinab.
Der West
Wenige Monde durchschwärm' ich die Flur, so fesselt der Herbst mich,
Doch wenn der Frühling erscheint, spiel' ich von neuem mit dir.
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