Liebe Rosa,
hier fällt mir wieder auf, was alle deine Gedichte gemeinsam haben: Ich höre zwar in jedem Vers einen alternierenden Takt, aber das Metrum wechselt ständig planlos und ohne ersichtlichen Grund. Das wirkt so, als könntet du metrisch geordnet schreiben, hättest dir aber einfach keine Mühe gegeben (was ich nicht wirklich glaube). Als Leserin ist es kein Genuss, sich durch diesen wilden Mix durchzuquälen.
In S1 beginnst du die ersten beiden Verse mit Auftakt, also im Jambus, während V3 und V4 betont beginnen, also trochäisch sind.
x X x X x X x
x X x X x X x
X x X x X x X
X x X x X x X
Das wäre noch kein Problem, wenn du dieses Schema in den Folgestrophen beibehalten würdest. Leider springst du dann aber scheinbar völlig willkürlich zwischen jambischen und trochäischen Versen hin und her, als hättest du einfach alles, was dir gerade einfiel, sofort verreimen wollen, ohne an eine lesefreundliche Präsentation für das Publikum zu denken.
Ich glaube, ixen könntest du die Verse inzwischen selbst, deswegen kennzeichne ich mal alle trochäischen Verse blau. Zwei "krumme Gurken", die aus dem Takt laufen, stelle ich fett dar.
Man sagt, wenn ich dich kriege,
du kleine Eintagsfliege,
reiß ich deine Beine aus,
fliege schnell aus diesem Haus.
All diese kleinen Flieger,
werden gejagt wie Tiger. XxxXxXx - erlege ich wie ...
Ein Fliegenschiss ist gröblich,
der Tigerbiss dann tödlich.
Lass die Eintagsfliege raus,
für den kleinen Tigerschmaus.
Sitzt sie auf seiner Nase,
gerät er in Ekstase.
Fliege hatte ihren Spaß,
bis sie doch der Tiger fraß,
der sich daran verschluckte,
und in den Abort spuckte. XxXxXXx
Der unreine Reim gefällt mir übrigens gar nicht. Aber vielleicht war das von dir ja nur als Fingerübung gedacht? Dann beschränke ich mich aufs Metrum. Oder würdest du auch inhaltlich an dem Text arbeiten wollen?
LG Claudi