Die "Weiße Rose", lieber Wannovius, war eine im Wesentlichen von Studenten getragene Widerstandsgruppe, deren Aktivitäten zielgerichtet und wohlorganisiert gegen das Dritte Reich und gegen den Krieg gerichtet waren.
Sie oder Mitglieder dieser Gruppierung mit dem heutigen Millionenheer von Internet-Brabblern und "Alternaiven" gleichzusetzen, halte ich für eine Verhöhnung der Schöpfungsgeschichte. Anders als die Alternaivlinge hat die "Weiße Rose" tatsächlich versucht, sich kritisch begründet mit dem Nationalsozialismus auseinanderzusetzen und ihn aktiv bekämpft - von 69 Millionen Deutscher also wenigstens eine Handvoll Mutiger und Aufrechter, die aktiv wurden.
Es wird von uns immer wieder gern übersehen, dass auch "kritische Geister" eine intellektuelle Grundlage brauchen, ohne die nirgendwo etwas zu gewinnen ist: Mit Brüllen und Zuhauen allein kann man ein "Drittes Reich" oder ein anderweitig faschistoides System nicht verhindern. Höchstens installieren.
Ohne geistige Grütze gibt's keine fundierte Kritik und folglich auch keinen wirksamen Widerstand. Geistige Grütze, wissen wir alle, kommt nicht von ungefähr oder wird einem angeboren, sondern man muss sie sich erwerben. Wie das Brezelbacvken, die Blinddarmoperation, das Rechnen und Schreiben oder das Klavierspielen. Wer die falschen, schlechte oder gar keine Lehrer hat, bleibt auf ewig ein Stümper.
anjou
Hallo anjou, bitte meine Aussagen genau lesen!!! Ich kaeme niemals auf die Idee, die Weisse Rose mit Verschwörungsmythen-Erzaehlern gleichzusetzen. Habe ich auch nicht getan.
Ich bin auch nicht gegen Bildung. Doch ich weiss auch, dass Bildung keinen Impfschutz gegen gefährliche Ideologien und Verbrechen bildet. Die ersten KZ-Häftlinge waren überwiegend Kommunisten, Sozialdemokraten, Gewerkschafter mit einem verschwindend geringem Akademikeranteil.
Also, die aufrechten Nazigegner und Widerstaendler kamen aus allen Milieus! Charakter und aufrechter Gang hängen nicht vom Titel ab.
Aber schweifen nicht weiter ab. Wir beide wissen, dass Bildung nuetzt. Ich bin aber wohl nicht allein der Meinung, dass sie nicht vor Barbarei schützt. Genauso wenig wie Kunst und Kultur, Religion, Reichtum, Wohlstand, Erfolg, sexuelle Befreiung oder sexuelle Orientierung.
Jeder Mensch ist manipulierbar und zu allem faehig. Jederzeit unter gewissen Umständen.
Lassen wir diese Diskussion hier nicht ausufern. Die geschichtlichen Beispiele dürfen kein Eigenleben entwickeln.
Spitzfindige private Nebendiskussionen langweilen die anderen Leser hier. Meinerseits ist mehr als genug gesagt, ja schon zu viel. Ich ziehe an dieser Stelle einen Schlussstrich. LG Stephan
PS @Flutterby, @Chirozan danke fürs Liken.