Feedback jeder Art allein zu zweit

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  • Melda-Sabine Fischer
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Autor
Registriert
23.01.20
Beiträge
1.169
er trinkt auf
seine Einsamkeit
denn er ist gern
mit sich allein
kriecht in
Damenschlüpfer rein
und zieht sich an
ein enges Kleid
 
Pampelmusen
im BH
sind für heute
seine Titten 
rot wie Blut
malt er den Lippen
ein Herz wo vorher
keines war
 
zu hoch sind
seine Stöckelschuhe
für den Spiegel
hier im Flur
im Schwenker kreist
ein Asbach pur
so langsam findet
er die Ruhe
 
die ihm im
Gerichtssaal fehlt
wo er sitzt
in schwarzer Robe 
weil irgendjemand
kam zu Tode
und sich mit
Paragraphen quält
 
er prostet sich
im Spiegel zu
noch ein Glas
auf Euer Ehren
das kann er ihr 
wohl kaum verwehren
die beiden sind
schließlich per du
 
so trinkt er
auf die Einsamkeit
und auf die Frau
in seinem Leben
die ihm keine
Frau kann geben
denn nur allein
ist er zu zweit
 
Autor
Registriert
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5.477
Hallo Skalde,
 
ein gelungenes Porträt eines Menschen, der über Andere richten darf.
Die Einsamkeit kann man regelrecht spüren.
Liebe Grüße
Carlos
 
ehemaliger Autor
Registriert
07.09.20
Beiträge
46
Hallo Skalde, 
zu Beginn dachte ich schon, daß es eine Buffalo Bill Geschichte, wie im Schweigen der Lämmer wird
😀 
Sehr interessante Darstellung und auch Einsicht, wirklich! 
Grüße 
C.T. 
 
Autorin
Registriert
10.01.20
Beiträge
1.939
So ein Doppelleben stelle ich mir sehr schwer und einsam vor, Skalde. Du hast das treffend beschrieben!
 
Lieben Gruß, Letreo
 
Kleiner Spaß am Rande, gibt es einen BH, der Pampelmusen halten kann?;-)
 
Autor
Registriert
02.08.19
Beiträge
2.569
Hallo Skalde,
finde den Text wieder ausgesprochen stark! 
Besonders der Aufbau der Geschichte. Die ersten Strophen animierten mich zu einer amüsierten Regung, bevor der Ernst mich erreichte. Die vierte Strophe, die den Wechsel einleitet ist super gelungen, weil sie mit zwei Versen die Stimmung komplett dreht. Sehr gut!
 
Grüßend Freiform
 
Autorin
Registriert
20.11.18
Beiträge
2.318
Hallo Skalde,
 
du hast ein sehr, sehr großes Problem, was auf mancher Schultern lastet, toll in Worte fassen können.
 
Es ist eine imense Belastung, wenn Transvestiten ihren Hang zur Weiblichkeit verstecken müssen/wollen und fehlt immer noch die Akzeptanz der Gesellschaft, erst recht, wenn ein Betroffener ein hohes Amt bekleidet. Und ich denke auch, dass der Druck nicht selten in einer Verzweiflungstat endet.
 
 
LG Sternwanderer
 
 
Registriert
17.10.18
Beiträge
1.504
Es ist eine imense Belastung, wenn Transvestiten ihren Hang zur Weiblichkeit verstecken müssen
Wesentlich schlimmer ist es, liebe @Sternwanderer, bei Transsexuellen, die sich nicht trauen, eine geschlechtsangleichende Operation in Angriff zu nehmen, weil sie Angst vor der Reaktion im sozialen Umfeld haben und den Weg der mühevollen psychologischen Begutachtungen scheuen. Transvestiten genügt es gemeinhin sich im Verborgenen umzustylen.
 
  • Melda-Sabine Fischer
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