Hi Dionysos,
angenehm überrascht gehe ich einfach mal davon aus, dass du auch das Lied zu deinem Text gesungen, die Gitarre gezupft und deine Bilder selber fotografierst bzw. malst.
Habe aus meinen Computerboxen keine sonderlich gute Aufnahme gehört, was sicherlich an meinen Hilfsboxen gelegen haben mag. Aber was ich gehört habe, hat mir gut gefallen und wird sicherlich sein ( Millionen) Publikum finden. Interessant wäre es, deine Darbietung einem Teeny Publikum zu präsentieren, welches den langen Weg noch vor sich hat und ihn nach Maskenabstinenz nicht alleine gehen will. Ich meine in dieser Generation neben dem Mainstream ein kleines Soul-, Blues- und Liedermacher Revival entdecken zu können.
Der jungfräuliche Vorgang des Erst- Hörens ( bei mir zumindest) ist schon verrückt. Denn automatisch greift das Gehirn nach einem Geländer, nach Kategorien und möglichen Vorbildern. In der Verstrickung seiner Hörgewohnheiten macht es Schubladen auf und vollzieht einen geschmacklichen Abgleich. Beim lyrischen Abgleich muss ich ähnlich wie Pegasus und SalSeda immer wieder über das ,Instrument Stimme' staunen, welche sich die Rythmik und den Text unterzuordnen weiß und eine eigne Ausdrucksform generiert.
Der melancholisch anmutende Text mit Weitblick verträgt die einsam gezupften Gitarrenklänge und die eigenwillige Stimme sehr gut, das klingt rund, klassischer Aufbau mit Strophe und Refrain, eingängig und leicht rezipierbar. Diese Stimme hier will sich ausdrücken und individuell wirken. Sie darf für meinen Geschmack ruhig noch mehr Druck und Dynamik entwickeln. Insgesamt Hut ab und Daumen hoch.
Die z.T. peinlichen Übersetzunen mancher Popsongs offenbaren oft, dass hinter einem guten Song noch längst kein großartiger Lyriker ( Loop) oder eine großartige Idee stecken muss. Aber wir sind ja schließlich in einem Lyrikforum, da darf man Lyrik erwarten, und werden nicht enttäuscht.
Aber lyrische Kreativität macht ja nicht vor anderen Disziplinen Halt. Es ist deshalb spannend und sehr wahrscheinlich, dass neben dem lyrischen Alter Egor bei manchem LyrikerIn durchaus weitere Kreativ- Talente zu entdecken sind. In den Möglichkeiten der individuellen Ausdrucksform halte ich die Photographie, Musik, Literatur, Malerei/ Bildhauerei, Schauspielkunst und bedingt die Innen / Landschafts- Architektur für ebenbürtig. Vermutlich auch deshalb , weil diese Disziplinen auf Ausdruck und Wirkung oder den Transport einer Botschaft angelegt sind.
L.G.Amadea