Feedback jeder Art Allein

Hier gelten keine Vorgaben mit Ausnahme der allgemeinen Forenregeln.
  • gummibaum
    letzte Antwort
  • 5
    Antworten
  • 128
    Aufrufe
  • Teilnehmer
Autor
Registriert
25.05.20
Beiträge
1.772
Wohin ich schaue, nichts als Stufen,
in jede Richtung steigt das fort,
und bannt mich seltsam, flieht den Ort,
hier sammelt sich ein Unberufen.

Und wollt ich weichen, meine Schritte
verirrten sich zum falschen Ziel,
und brächten mich zurück zur Mitte
in stetigem Verwirrungsspiel.

Entsetzlich ist die Zeit geweitet,
der Raum strömt fort, in Fernes ein,
ein letztes Hier und Jetzt entgleitet -
ich bin so grenzenlos allein.
 
(2014)
 
Autor
Registriert
23.08.08
Beiträge
6.491
Hallo gummibaum,
sich im Labyrinth des Geistes zu verirren ist meist ein Albtraum, aus dem man wieder erwacht.
Manchmal endet er aber auch im ewigen Schweigen. Möge es uns erspart bleiben!
LG Grüße
Perry
 
Autor
Registriert
25.05.20
Beiträge
1.772
Herzlichen Dank für eure Likes.
 
Lieber Perry,
das ist eine gute Aussage zu dem Erlebnis und der Stimmung, die das Gedicht vermittelt. Dem Albtraum nicht mehr entkommen zu können, ist grausam.  
 
Euch liebe Grüße von gummibaum
 
 
 
Registriert
16.03.17
Beiträge
585
Entsetzlich ist die Zeit geweitet,
der Raum strömt fort, in Fernes ein,
ein letztes Hier und Jetzt entgleitet -
ich bin so grenzenlos allein.
Lieber @gummibaum,
 
überall sind Treppen, nichts verändert sich, Raum und Zeit sind kaum mehr wahrnehmbar.
 
Du beschreibst gekonnt einen Zustand zwischen Depression und Angstattacke. 
Kein schönes Thema, aber Du hast es gut beschrieben und in beeindruckender Begrifflichkeit auf den Punkt gebracht.
 
Viele Grüße,
Georg
 
 
Autorin
Registriert
30.03.20
Beiträge
739
Hallo @gummibaum,
 
hier hast du ein intensives, bedrückendes Gedicht geschrieben, das Einsamkeit und Orientierungslosigkeit sprachlich stark inszeniert. Besonders das Spiel mit Richtungslosigkeit, Zeitauflösung und Verlorenheit erzeugt eine düstere, fast albtraumhafte Atmosphäre.
Das lyrische Ich scheint in einer Welt gefangen, die sich ständig ausdehnt, aber keinen festen Halt bietet.
Das Reimschema wechselt, was zur Verunsicherung beiträgt.
Die letzte Zeile „ich bin so grenzenlos allein“ fasst das Gefühl der absoluten Verlorenheit zusammen.
 
Liebe Grüße
Liara
 
Autor
Registriert
25.05.20
Beiträge
1.772
Danke, lieber Georg, für deine klare Zusammenfassung der Situation und dein Lob.  
 
Liebe Liara, du nennst alle inhaltlichen und formalen Elemente, die hier zusammenwirken. Vielen Dank.
 
Euch beste Grüße von gummibaum      
 
 
  • gummibaum
    letzte Antwort
  • 5
    Antworten
  • 128
    Aufrufe
  • Teilnehmer

Empfohlene Themen

Beliebte Themen

Oben