Feedback jeder Art Ana

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  • Vetula
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Ana​
 ​
Geh nicht Ana, lass mich nicht allein,
bitte geh nicht, du musst bei mir sein.
Meine Seele ist so tot und kalt,
deine Freundschaft ist mein ganzer Halt.

Wildes Feuer – unter meiner Haut,
wildes Feuer, das mein Eis nicht taut.
Stumme Schreie, die kein Mensch je hört,
eine Liebe, die mich fast zerstört.

Deine Augen schaun mich fordernd an,
sagst mir täglich, was ich schaffen kann.
Deine Schönheit lässt mir keine Ruh,
ach wie gerne wär ich so wie du.

Rotes Feuer – wie es niemand kennt,
heißes Feuer, das mich fast verbrennt.
Tausend Tränen, die kein Mensch versteht,
eine Sehnsucht, die wohl nie vergeht.

Voller Demut fall ich auf die Knie,
hungernd, leidend, hilflos wie noch nie.
So verzweifelt such ich deine Hand,
lass nicht sterben, was uns mal verband.


© Kerstin Mayer 2005​
 
Autor
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@Kerstin Mayer
 
 
 
Moin.
 
 
Sehr schöner Text, der mich aber fragen lässt, wer ist Ana? Denn die Anna ist es bestimmt nicht. 
 
 
Tschüss.
 
Autorin
Registriert
08.09.21
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Hallo Horst,
 
ja, diese Frage kommt bei dem Gedicht immer.
Aber Ana ist hier keine Person. Das ist wahrscheinlich beim Lesen nicht sofort erkennbar.
Deshalb hier eine kurze Erklärung:
Das Gedicht handelt von einem jungen Mädchen, mit einer Essstörung.
Ana steht hier als Abkürzung für Anorexie (Magersucht).
Junge Mädchen bezeichnen ihre Essstörung oft als ihre Freundin Ana.
In dem Gedicht hadert ein Mädchen mit ihrer Krankheit. Sie spricht mit ihrer Krankheit wie
mit einer Freundin. Sie weiß, dass sie die Essstörung loslassen muss, weil sie ihr nicht guttut,
aber sie kann sich trotzdem nicht von ihr trennen.
Das Gedicht ist ein Zwiegespräch eines Mädchens mit ihrer Krankheit.

Das ist ein etwas schwieriges Thema, aber ich wollte darüber schreiben.
Dieses Gedicht ist ohne Erklärung nur von Betroffenen selbst zu verstehen.
Ich habe es aber extra etwas vage geschrieben, damit ein Leser auch etwas
anderes in das Gedicht hinein interpretieren kann.
 
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13
Hallo Kerstin, finde das sind starke Zeilen, die mich berühren. Ich habe im zweiten Vers die Ahnung von etwas Überpersönlichem, die sich in der vierten bestätigt, aber beim Kniefall wieder unsicher wird. Da passt es nicht mehr so gut in den offenen Horizont einer fatalen menschlichen Beziehung. In deinem Gedicht ist Leben, aber der Kniefall entmutigt.
📎
 
 
Autorin
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192
Liebe @Kerstin Mayer
Ja, die nervöse furchbar-schöne Ana. 
Ich danke Dir für Deine Zeilen, auch wenn das Salz in meinen Wunden brennt.
LG
Vetula

 
 
  • Vetula
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