anonyme poeten

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abends um halbzehn kannst du sie eintreffen sehn
die meisten in saloppem schwarz mit kappe oder hut
entfachen sie mit dem letzen zug ihre zigarettenglut
 
einer nach dem anderen verschwindet im hinterzimmer
doch nicht für immer denn bevor der morgen graut
verlassen sie die denkerhöhle teils mit lautem gegröle
 
was zurückbleibt sind dicht beschriebene bierdeckel
und servietten mit filzstift getränkten skizzen zerknüllt
im papierkorb ein traktat über des erlkönigs missetat
 
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[QUOTE='Perry]abends um halbzehn kannst du sie eintreffen sehn
die meisten in saloppem schwarz mit kappe oder hut
entfachen sie mit dem letzen zug ihre zigarettenglut
 
einer nach dem anderen verschwindet im hinterzimmer
doch nicht für immer denn bevor der morgen graut
verlassen sie die denkerhöhle teils mit lautem gegröle
 
was zurückbleibt sind dicht beschriebene bierdeckel
und servietten mit filzstift getränkten skizzen zerknüllt
im papierkorb ein traktat über des erlkönigs missetat
[/QUOTE]Hallo Perry,
 
eine scheinbar atmosphärische Bierdeckel-Melange in diesem Entree-Raum um halbzehn . Vielleicht eine Poetenkneipe, in der die Dichter und Denker ihren literarischen Austausch fröhnen wollen, können … / dünkt doch dieses schwarz_Hütige und das Hinterzimmer auf eine höchst verschlossene Gesellschaft hin, die wohl mehr das Schwarzlichtige und das Hinter dem Layout bevorzugen …
 
weilen dort die Nacht in ihrer Hermetik, werden des Morgens noch schnell die letzten Beweise ihres Tuns vernichtet ./ sähe ein auktorialer Kiebitz in diesem Abfallbehälter das Traktat über den Erklönig; eine insbesondere Bedeutung? … lässt dieser Fakt die Fantasien sprießen,
 
Philosophen der Nacht oder toch das Unaussprechliche,
 
schweigt der Text darüber …
 
 
Perry, eine sehr interessante Hinführung zu diesem offenen Textende, toch toch , 🙂 … dir wieder ein Pfeifchen, Frank …
 
-
 
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Hallo Frank,
 
eine Dichterkneipe, in der sich die "Philosophen der Nacht" treffen, wäre vorstellbar.
Meine Intention ging einen Schritt weiter in Richtung Selbsthilfegruppe, wobei sich die Frage stellt, kann Lyrik zur Sucht werden, aus der man sich alleine nicht mehr befreien kann?
Der von Dir angedachte Aspekt einer Art geschlossenen Geselllschaft (Verschwörung ...) wäre auch denkbar, ist aber im Zeitalter von Fake-News etc. unwahrscheinlich, denn das "geschliffene Wort" hat heutzutage nur noch wenig Gewicht in der breiten Öffentlichkeit.
Das Schlussbild mit dem "Traktat über des Erlkönigs Missetat", soll als Beispiel dienen, dass das Schöne und Hässliche sich oft sehr nah sind.
 
Danke fürs wägende Hineinspüren und LG
Perry
 
  • Perry
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