Feedback jeder Art Auf dünnem Eis

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Auf dünnem Eis
Der alte Odin sitzt auf seiner Scholle,
im Zorne treibend durch die Nacht,
dünn sein Fell, wozu noch Wolle?
Schwach im Glanze seiner alten Macht.
 
Sein altes Leben treibt auf dünnem Eis,
in seiner Seele schwelt die Wut,
verhängnisvoll, wie jeder weiß,
sein letztes Eis zerrinnt durch seine Glut.
 
(Odins Traumgespräch mit der Schicksalsgöttin)
 
„O Göttin, meine Maid,
ich ruf’ Dich an in Einsamkeit!
Fern die Feste, fern die Riten,
fern die Opfer einer Ziege,
fern die Helden, welche mich beknieten,
fern von Asgards alter Wiege,
fern der süße Met und Thores Blitze,
fern der Schnee auf meinem Herrschersitze,
fern die Feste, die berauschen!“
 
„Mochtest Du nicht meinen Worten lauschen?
Warum wolltest Du nicht hören,
endlich Deinem Rausch abschwören?
Feste Feiern, wie sie fallen,
dies gehört sich in Walhallen.
Doch ist das ganze Sein nur noch ein Fest,
besorgt das Schicksal doch den Rest“
 
„Nichts wird sich ändern,
die Kälte bleibt in unsren Ländern!“
So die Dichtung, die Legende.
„Doch drängt die Schmelze von den Rändern!“
So die Sichtung, kurz vorm Ende.
 
Das Schicksal hat sich eingenistet
und auch den Alten überlistet.
So begab er sich auf dünnes Eis
und zahlt dafür nun seinen Preis.
 
 
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