Feedback jeder Art Biss im Tann

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  • Sidgrani
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Vor Jahren, tief im dunklen Tann,
verspürte ich ein Drängen.
An Baumes Borke hielt ich an
und ließ die Hose hängen.

Ins bloßgestellte Hinterteil
hat mich ein Hund gebissen.
Er nahte rücklings wie ein Pfeil
und hat was rausgerissen.

Sein Bellen hallt mir noch im Ohr,
die Narbe ist veraltet.
Nun seh ich mich im Wald mehr vor,
doch bin ich missgestaltet.
 
Teammitglied
ㅤModeratorin
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Lieber Sid,
 
doch bin ich missgestaltet.
 
oje, das muss ein bedauerlicher Anblick sein! Ich habe ihn vor mir und mich köstlich amüsiert. 😁
 
Eine Korinthe habe ich allerdings gefunden:
 
Vor Jahren, ich schlich durch den Tann,
xXxxXxxX
 
Das Verb "schlich" lässt sich nach dem mickrigen Personalpronomen auf der Hebungsposition nur mit Brachialgewalt in die Senkung drücken. Eigentlich ist der Vers amphibrachisch. Da es der erste im Gedicht ist, kann man auch noch keinem Gewohnheitsmetrum folgen. Ich schlage vor:
 
Vor Jahren, schleichend durch den Tann,
xXxXxXxX
 
Konnte wieder herrlich gackern
und noch einen Vers beackern.
Unter uns Korinthenkackern:
Kannst ihn auf die Narbe tackern! 😉
 
LG Claudi
 
Autorin
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Vor Jahren, ich schlich durch den Tann,
verspürte ich ein Drängen.
An Baumes Borke hielt ich an
und ließ die Hose hängen.
 
Haha, herrlich, lieber Sid! 
 
Schön auch der Titel-Bezug zum Vampir-Thema. Da wird der Hund gleich nochmal gruseliger... 😉 
Vor allem im Kontrast zum von mir eingestellten Waldgedicht hast du mich da kalt erwischt. Super!!!!
Bei obiger Strophe bin auch ich hängengeblieben und hätte noch einen Vorschlag, wenn's recht ist:
 
Vor Jahren schlich ich durch den Tann,
da spürte ich ein Drängen.
An Baumes Borke hielt ich an
und ließ die Hose hängen. 
 
Er nahte rücklings wie ein Pfeil
und hat was rausgerissen.
 
Das Bild muss ich erst mal wieder wegbekommen...😁
Sehr anschaulich. Und so brutal!!!! Ich gehe doch davon aus, dass an dieser Stelle im Wald ein kleines Marterl (eine kleine Säule mit Heiligen- bzw. in dem Fall Märtyrer-Bildnis) aufgestellt wurde. Der Hund scheint jedenfalls sehr fit gewesen zu sein. 
 
Liebe Grüße und Dank für den herzlichen Lacher!
fee
 
Ach ja...das erwünschte Antwortgedicht...
 
Vor Jahren kam da dieser Hund
aus finstrem Wald geflogen
und ist vor meinem Hinterteil
auch nicht mehr abgebogen.
 
Da kniff ich meine Backen stramm
und eisenhart  zusammen.
Und deshalb schaffte es der Hund
auch nur, mich fest zu rammen. 
 
Autor
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Hallo Sid,
 
auch ich habe mir fast in die Hose gemacht vor lachen. (Immer noch die bessere Alternative, als sie womöglich beim Lesen im Tann noch rechtzeitig runter zu lassen.) 
Allerdings kann man ja nur froh sein, dass der Hund von hinten und nicht von vorne kam. Was er dort raus gerissen hätte, würde den Gestaltungsspielraum schon sehr einschränken. :heul_b:
 
Lässt sich flott und mit zunehmendem Vergnügen und einer nicht zu verhehlenden klammheimlichen Schadenfreude lesen.
 
VG, Marvin
 
Autorin
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Hallo Sid
Wie kommt man nur auf so eine Idee? 😅 Lustig.
LG Caro 
 
Autor
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Hi Sid! 
 
Ich kannte mal eine Frau, die sah zum anbeißen aus. Das fand auch ein Straßenhund, der ihr mal eben so in den Oberschenkel gebissen hat... bevor ich die Gelegenheit dazu hatte! 🤪
Wahre Geschichte. 
Tja... was bleibt einem noch nach so einem Ereignis? Eine Tollwutimpfung und ein Trauma. 
 
Dein Gedicht besticht mit simplem Humor, der mich schmunzeln lässt, durch die dargestellte Szene. 
Deine Ideen gefallen mir immer wieder. 
 
LG JC
 
Autor
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Liebe Claudi,
 
oje, das muss ein bedauerlicher Anblick sein!
bestimmt, leider bin ich kein Augenzeuge, das Ereignis fand schließlich direkt hinter meinem Rücken statt.
 
Das Verb "schlich" habe ich gestrichen und eine andere Lösung gefunden, dein Ratschlag ist keineswegs korinthenbelastet und auch nicht von schlechten Eltern. Auch toll deine "ackern-Endungen" im Antwortgedicht.
 
Danke und liebe Grüße
Sid
 
 
 
Schön auch der Titel-Bezug zum Vampir-Thema. Da wird der Hund gleich nochmal gruseliger... 😉 
Dunkel wars, liebe fee, da treibt sich allerhand im dunklen Tann rum.
 
Auch dein Vorschlag wegen "schlich" würde die Holperstelle ausmerzen, wie ich das Problem gelöst habe, kann man oben sehen.
Ich gehe doch davon aus, dass an dieser Stelle im Wald ein kleines Marterl (eine kleine Säule mit Heiligen- bzw. in dem Fall Märtyrer-Bildnis) aufgestellt wurde.
Dort steht jetzt eine Gesäßskulptur, von mir liebevoll "Arschbackerl" genannt.
 
Auch dir danke ich für das Antwortgedicht, es gefällt mir.
 
Danke und liebe Grüße
Sid
 
 
Hei Marvin,
 
zum Glück ging bei dir nichts in die Hose, nicht auszudenken!
 
Allerdings kann man ja nur froh sein, dass der Hund von hinten und nicht von vorne kam.
Da will ich lieber nicht länger drüber nachdenken, ein Pfund leichter und eine Fistelstimme, brr!
 
Liebe Grüße
Sid
 
 
 
 
Hei Caro,
 
Wie kommt man nur auf so eine Idee? 😅 Lustig.
das muss an meiner von allen Seiten zugänglichen Fantasie liegen, ich find's gut.
 
Liebe Grüße
Sid
 
 
 
Hei Joshua,
 
wenn man jeden beißen würde, den man zum Anbeißen findet, nicht auszudenken.
 
Es freut mich, dass ich dir ab und zu mit meinen Gedichten Spaß bereite.
 
Danke und liebe Grüße
Sid
 
  • Sidgrani
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