Feedback jeder Art Das Pangolin

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  • Melda-Sabine Fischer
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Das Pangolin, auch Schuppentier,
ist Hinterindiens schönste Zier.
Sein Greifschwanz und das Schuppenhemd
sind einem jeden Wesen fremd,
 
das ungeschwänzt und ungeschuppt
sich mühevoll durchs Dasein wuppt.
Sein Leibrock glänzt wie mattes Gold,
jedoch nicht alle sind ihm hold:
 
Es muss sich in Gelasse zwängen,
anstatt gelassen abzuhängen
und obendrein sind seine Schuppen
der Clou in Salben und in Suppen.
 
Schon macht es sich bedenklich rar
im größten Teil von Myanmar
und auch in Laos und Vietnam 
wird seine Lage langsam klamm.
 
Wer würde dieses Tier vermissen?
Wohl jene nur, die von ihm wissen.
Die Welt (behaupte ich als Schwärmer)
wär ohne dieses Wesen ärmer.
 
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Hallo Cornelius,
 
Im Erfinden von Tieren bist du nur schwer, wenn überhaupt, zu übertreffen. Dein Pangolin ist elegant bis genial kreiert.
In der ersten und in der letzten Zeile halte ich kurz inne und habe Alternativen:
 
Das Pangolin, ein Schuppentier ...
(wegen 2x "das")
 
... wär ohne dieses Wesen ärmer.
(denn es existiert ja noch - angeblich)
 
Was aber nur Kleinigkeiten sind.
 
Ein sehr schönes Gedicht!
Findet, mit Gruß:
Uwe
 
 
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Hallo Uwe,
 
zuviel der Ehre: Das Pangolin habe nicht ich kreiert, sondern ein Anderer. 🙃Mehrere Arten davon streifen in warmen Gefilden Asiens und Afrikas umher. (Ich habe mich hier auf asiatische Schuppentiere konzentriert, die besonders gefährdet sind.)
 
Das zweimalige "das" in der ersten Zeile ist durchaus gewollt, vor allem, weil "Schuppentier" lediglich ein anderer Name für "Pangolin" ist. Das Pangolin ist folglich nicht einfach "ein" Schuppentier, sondern "das" Schuppentier. Deine ästhetischen Bedenken kann ich allerdings verstehen. Vielleicht könnte man es so formulieren: "Das Pangolin, auch Schuppentier ... "?
 
In der letzten Zeile hatte ich tatsächlich zuerst "wär ohne dieses Wesen ärmer" geschrieben, weil auch ich hier, wie von dir empfohlen, den Konjunktiv angebracht fand. Allerdings habe ich vor Kurzem begonnen, auf amputierte Wortformen zunehmend allergisch zu reagieren und suche sie zu vermeiden (was nicht immer gelingt). Hier bin ich jetzt in einer Zwickmühle: Für mein Ohr klingt "ist ohne dieses Wesen ärmer" besser, aber das würde streng genommen implizieren, dass es das Pangolin bereits nicht mehr gibt - "wär" wäre sachlich und grammatisch richtig und deshalb vorzuziehen, wenn nur das unterdrückte e nicht wär ...
 
Danke für deine Anmerkungen! 
 
Grüße
Cornelius
 
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Ach, die gibt's wirklich! Anscheinend muss man "noch" hinzufügen.
Dann wünschen wir ihnen mal alles Gute.
 
Das mit den "amputierten" Wortformen finde ich hoch interessant.
Mir machen sie, glaube ich, nichts aus, weil ich gerne so schreibe, wie ich rede. Also "natürlich".
Aber ja, klar, das kann man auch anders sehn ("sehen", sorry).
 
Meine Aversion im Poetischen richtet sich eher gegen sehr offensichtliche Füllwörter, denen man sofort ansieht, dass sie nur wegen der Silbenzahl bzw. dem Versmaß da sind.
Und gegen verdrehte Grammatik, in den allermeisten Fällen.
 
Ich bin gespannt, wie das klappt mit den niemals abgekürzten Worten!
 
Schönen Gruß:
Uwe
 
 
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Hallo Cornelius,
 
"Das Pangolin, auch Schuppentier ... "?
 
ja, ich denke, das wäre ein guter Kompromiss. Bezüglich der umgangssprachlichen Verkürzung bin ich bei Uwe. Ich würde sagen, der Duktus ist in diesem Gedicht leicht, aber nicht so übertrieben gehoben, dass die Verkürzung nicht mehr passen würde. "Wär" klänge mir hier ganz natürlich. 
 
Aber klar, dir muss es auch gefallen. 
 
LG Claudi
 
Autor
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Liebe Claudi, lieber Uwe,
 
innigsten Dank für eure Anmerkungen! Mein Herz schlägt im Falle der letzten auch für "wär" ...
 
In der ersten Zeile reiben sich nun zwar "auch" und "Sch"(uppentier) aneinander, was ich normalerweise zu vermeiden versucht hätte. Hier scheint mir die phonetische Friktion aber das Rasseln der Schuppen lautmalerisch recht passend wiederzugeben ...
 
Macht Freude, solche Leserinnen und Mitstreiter zu haben!
 
Grüße 
Cornelius 
 
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Also dieses Tier kannte ich bisher auch nicht, musste es erst mal googeln, lieber @Cornelius. Ein herrliches Gedicht, was uns mit Blick auf das Artensterben aufrütteln muss.
 
Gleichwohl, ich fühle mich diesbezüglich sehr hilflos - Melda-Sabine
 
  • Melda-Sabine Fischer
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