Feedback jeder Art davongeflogen â€‹đŸ‘»

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13.04.18
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115
in einer nacht zu spÀter stund
mir war als hört ich einen hund
ich zog mich an, ging zum balkon
doch sah stattdessen: nichts davon
 
es war wohl drei und wie gemacht
lag vor mir eine regennacht
in meinem kopf: vergissmeinnicht
schwarze strassen, schimmerlicht
 
aufs eine mal hört  ich ein brummen
oder immerhin ein leises summen
als sei wer da - um mich zu sehn
und danach wieder heim zu gehn
 
noch weit entfernt und lÀngst nicht hier
doch war es quasi neben mir
der plot dabei, ich muss gestehn
dieses ding war nicht zu sehn
 
mir fiel dabei zu glauben schwer
dreimal so flog es um mich her
die katzen starrten wie gebannt
als hÀtten sie es wohl erkannt
 
doch glaubt nur das hier sei gelogen
danach ist es davongeflogen
so als ob es nie gewesen wÀr
und irgendwie ...
vermiss ichs sehr
 
Autor
Registriert
07.10.06
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Moin @zwischenzeit,
 
gefĂ€llt mir gut 🙂 
Nun, da es hier wie aus Eimern regnet, setze ich gern einen Kommentar unter deinen Text.
Deine ersten beiden Strophen sind echt catchy, ich hatte deinen Text heute morgen auf der Arbeit schon gelesen - da war noch gutes Wetter und ich konnte mich schon direkt in diese regnerische Nacht hineinfĂŒhlen.
 
Mit den Vergissmeinnicht bin ich in der Blumensprache und dort stehen Sie fĂŒr Sehnsucht, Abschied und Hoffnung auf Wiedersehen. Das mag uns dabei helfen, das mysteriöse brummende, summende Ding zu identifizieren.
Auch der merkwĂŒrdige Emoji in deiner Überschrift mag uns da in eine Richtung lenken - aber dahin will ich gar nicht 😄
Ich betrachte das Summen nicht als Geist, der eine zurĂŒckgelassene Person besucht.
FĂŒr mich war das Summen irgendwie so etwas: Wenn es draußen ganz unangenehm und kalt und dunkel ist, und ich alleine durch die Straßen wandere, bekomme ich manchmal so ein GefĂŒhl, als wĂ€re ich auf einmal ganz fremd und einsam, plötzlich ausgesetzt an einem Ort, den ich noch nie zuvor gesehen habe.Das schĂŒttel ich mir dann immer ganz schnell ab.
Und das ist das Summen fĂŒr mich hier in deinem Text. Dein lyrisches Ich wird da an Fremde und Einsamkeit erinnert, vibrierend breitet sich dieses GefĂŒhl durch die Luft und im lyrischen Ich aus. Solche "negaiven Schwingungen" spĂŒren natĂŒrlich auch die Katzen^^
 
Nachdem das lyrische Ich dieses GefĂŒhl aber abgeschĂŒttelt hat, ist es davongeflogen. 
Warum vermisst das lyrische Ich dieses GefĂŒhl dann nun? Weil das GefĂŒhl es an den Verlust erinnert und an die Liebe, aus der es erst erwachsen ist.
 
Du magst da etwas ganz anderes intendiert haben, aber genau so hat dein Text zu mir gesprochen^^
 
Formal will ich auch noch ein paar Punkte anmerken:
doch sah stattdessen: nichts davon
"nichts davon" impliziert eine Vielheit von Dingen, die das lyrische Ich zu sehen erwartete, das eine oder das andere. Nein, nichts davon. Du schreibst allerdings nur von einem Hund, den das lyrische Ich zu sehen erwartete. 
Das ist hier nun also etwas dem Reim geschuldet.
 
aufs eine mal hört  ich ein brummen
hier ist eine Leerstelle zu viel vor "ich".
 
oder immerhin ein leises summen
die Stelle passt metrisch nicht. 
Vorschlag:
"vielleicht auch nur ein leises Summen"
 
der plot dabei, ich muss gestehn
Ich finde "Plot" hier vom Duktus nicht passend, meinst du es hier im Sinne von "die Sache ist:", "doch es ist so:"? 
Aber da gÀbe es doch sicher noch andere Möglichkeiten,
Vorschlag: 
"was komisch war", "was seltsam war" oder "nur eines muss ich noch gestehn"
 
dieses ding war nicht zu sehn
hier passt es metrisch wieder nicht. 
Vorschlag:
"das ding war einfach nicht zu sehn"
 
doch glaubt nur das hier sei gelogen
auch hier ist es metrisch etwas wackelig. 
So stĂŒnde der Vers vielleicht etwas sicherer:
Vorschlag: 
"doch glaubt ihr nur das sei gelogen"
 
so als ob es nie gewesen wÀr
auch hier metrisch nicht rund. 
Vorschlag: 
"als ob's nie hier gewesen wÀr"
 
Gern gelesen, 
LG Dali Lama
 
Autor
Registriert
13.04.18
BeitrÀge
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Lieber Dali Lama
 
Bitte entschuldige die sehr spÀte Antwort.
Zuerst will ich mich dafĂŒr bedanken, dass du so viel Zeit in diesen Text investiert hast!
Obwohl ich schon etwa zehn Jahre herumreime und dichte, ist die Metrik noch immer mein grösster Endgegner 😉
Etwa wie der Drucker fĂŒr IT-Leute.
Und irgendwann zieht "na, das ist eben kĂŒnstlerische Freiheit" eben auch nicht mehr.

Ich werde die Tage deine VorschlÀge durchgehen und gerne auch in den Text einfliessen lassen.
Daher nochmals, Danke fĂŒr die Tipps

Gruss
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