guten abend, alexander,
eigentlich wünscht man sich bei einer trennung ja schon, dass der andere wieder ein neues glück findet, aber natürlich sollte man selbst auch nicht zu kurz kommen. dieses 'da dauerts noch' klingt ja einerseits auch so, als wäre das eigene glück nur eine frage der zeit. andererseits bedeutet es aber scheinbar auch, dass derjenige, der es ausspricht, noch nicht über das beziehungsende hinweg ist und so ist der blick auf das glücklichsein des ehemaligen partners doch eher getrübte freude.
ich erlaube mir noch ein paar anmerkungen zum text:
wuchs für dich, auch erst in späten
Jahren noch ein Traum. Vereinte
hier verstehe ich das 'auch erst' nicht richtig. wenn die erwähnung der späten jahre überhaupt von bedeutung ist, müsste es dann nicht eher 'wenn auch' heissen? da du kommata verwendest, müsste dann meiner meinung nach auch noch eines hinter jahren, da das 'auch erst in späten
Jahren' ein einschub ist.
Wolltest eh nie einsam bleiben
fühlst dich jetzt wie neugeboren.
ein komma nach 'bleiben'. ich erwähne das nur, weil du sonst sehr konsequent in der zeichensetzung bist. mir persönlich sind kommata in gedichten ziemlich egal. :biggrin:
Lachend lebt dein Angesicht
allen Sorgen hinterher.
das klingt für den ersten moment ziemlich poetisch, aber schon im zweiten frage ich mich, was das eigentlich bedeuten soll. Sorgen hinterherleben, wie geht das? schiebt man dann die sorgen immer vor sich her, damit man hinter ihnen herleben kann? noch dazu ist es das angesicht, was so lebt. das immerhin kann ich so zuordnen, dass es aus sicht des betrachters (also des lyrischen ichs) das angesicht des lyr. du sein kann, auf dem er das lachende leben sieht. aber mit dem sorgen hinterherleben habe ich so meine verständnisprobleme.
aber bis auf die paar kleinigkeiten hat mir dein stück gefallen, sowohl in der aussage als auch in der machart. :smile:
liebe grüße
sofakatze