Feedback jeder Art Dein Name

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Autorin
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06.06.21
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135
DEIN NAME
 
Ich habe den Wind deinen Namen flüstern hören,
zwischen den Blättern eines Baumes.
Ganz deutlich habe ich die Buchstaben gehört;
Silbe für Silbe auf die grünen Blätter geschrieben,
dieses Wort,
in dem du wohnst –
ich hätte hingehen können, es zu pflücken
wie eine junge Frucht.
 
Es ist Sommer, der Tag ist warm und ich denke,
du müsstest an mich denken;
in mir ist so vieles, das ich dir sagen will –
 
Nachts
liege ich wach,
höre den Tropfen zu
wie sie schwer fallen und fallen und fallen…
ich weiß, jetzt wäscht der Regen deinen Namen von den Blättern;
er wird weich landen, im nassen Gras,
fortgeschwemmt werden, allmählich in der Erde versickern,
lautlos,
und verloren gehen.
 
Ich aber werde ihn immer wissen;
ich werde ihn sagen,
und du wirst mir dabei die Lippen wund tanzen –
ich aber werde nichts als lächeln
in dein Gesicht.
 
😊
 
Autor
Registriert
20.09.19
Beiträge
5.477
Vier Strophen.
Bei der dritten Strophe wurde ich besonders aufmerksam.
Das Gedicht könnte da aufhören, es wäre komplett, es kommt aber eine vierte Strophe, in der die Einheit von Name und der diesen tragende Person ("dieses Wort in dem du wohnst") vom Regen weggewaschen wird.
Und, überraschend, wahrscheinlich auf für das lyrische Du, die Endaussage des lyrischen Ich.
Mich beeindruckt die Konsequenz mit der der anfängliche Gedanke lyrisch gesponnen wird. 
Ich gratuliere liebe Hase 
Carlos 
 
 
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