Feedback jeder Art Der Bär

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  • Cornelius
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Wir liefen einst durch einen Wald
Und trafen einen Bären,
Der trug auf seinem Rücken alt
Einen Rucksack, einen schweren.
 
Wir fragten ihn nach seinem Ziel,
Wohin wird er nur wollen?
Warum nur trägt der Bär so viel
Statt es im Fass zu rollen?
 
Drum sprachen wir ihn darauf an,
Auch um den Bär zu lehren,
Dass man sich Fässer bauen kann
Und volle Fässer leeren
 
Der Bär war dankbar für die Müh,
Die wir uns für ihn machten.
Doch unterbrach er uns schon früh,
Weil wir was nicht bedachten.
 
„Ich kann meine Fracht nicht rollen,
Auch wenn ich es pfiffig fand.
Hätt ich ein Fass, müsst ich’s verzollen
Auf dem Weg ins neue Land“
 
Das machte für uns wahrlich Sinn,
Doch eines muss ich fragen.
„Was habt ihr in der Tasche drin?
Ihr habt so schwer zu tragen!“
 
Der alte Bär schwieg eine weil
Dann fing er an zu lachen.
„Ich habe ein paar Bretter bei,
um dort ein Fass zu machen.“
 
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Hallo @LeMarq,
 
was für eine hübsche, verschmitzte Fabel, schlicht und einprägsam im Ton alter Volkslieder vorgetragen (was ich als Kompliment meine). 
 
Auch rhythmisch sehr gelungen, nur zu Beginn von S 5 komme ich beim Lesen etwas aus dem Takt: Wenn man die Zeile "Ich kann meine Fracht nicht rollen" wie alle übrigen als Jambus liest (also "ich" als unbetonten Auftakt und "kann" betont), purzelt der Rest des Verses metrisch durcheinander. Wenn man dagegen  kurz in den Trochäus wechselt und das "ich" am Anfang betont, passt es wieder ...
 
So oder so: Gerne gelesen und ins Herz geschlossen.
 
Gruß 
Cornelius 
 
  • Cornelius
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