• Moon
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Gezwungen seine Lust zu Stillen
Träumt er des Nachts von seiner Wand
Begleitet von bedrohlich Willen
Nimmt er den Bleistift in die Hand
 
Schnell zeichnet er mit fiebrig Augen
Die Erstbegehung in den Plan
Bemerkt durch Hinterlist des Schicksals
Die Rinne nicht in seinem Wahn
 
Steigt morgens drauf jungfräulich Schritte
Den Fels hinauf ganz unter Zwang
Die Rinne noch von Eis durchzogen
Glänzt friedlich weiß im Überhang
 
Euphorisch stiert aus seinen Blicken
Solch drängend Gier auf Ewigkeit
Er wär bereit für sich zu sterben
Sein geizig Ego macht sich breit
 
Indes leckt forsch die Morgensonne
Am kalten Element vorbei
Es tropft, es bricht, dann ein Gegrolle
Der Sturz ist schwerelos und frei
 
Sekündlich spiel`n jetzt viele Seelen
Manch große Rolle im letzten Stück
Ach könnt er doch auf eine zählen
Wär so ein unbeschreiblich Glück
 
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Diesmal kamen meine Zeilen besonders bewusst aus meinem Inneren.
Es ist eine Hommage an meinen tötlich verunglückten Onkel. Er stürtzte
1977 auf der Dufoursspitze in den Tod. Das Schreiben von Gedichten ist zumeist
das Bewältigen von entstandenem Leid.
 
Autorin
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Hallo Frank,
Es tut mir leid, dass das Gedicht auf einem wahren, persönlichen Fall beruht. Du hast recht, dass Gedichte oftmals durch leidvolle Erfahrungen und in besonders schwierigen Zeiten entstehen. Mir dienen sie oft als Therapie. Und es ist wirklich gut, wenn man seine eigene Art der Verarbeitung gefunden hat.
Liebe Grüße,
Moon
 
  • Moon
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