Der Wind malt Kinderschatten

Autor
Registriert
28.05.09
Beiträge
32
Der Wind malt Kinderschatten
 
 
Ein Rauschen geht durch alle Kronen,
die Äste neigen sich im Wind.
Dort oben, wo die Vögel wohnen,
dort oben, wo die Träume sind.
 
Die Wolken sammeln sich zur Wand
und werden dunkel, fast wie Nacht.
Ein Kind liegt still an Mutters Hand,
Ein Kind, dass ängstlich aufgewacht.
 
Der Himmel weint ein Klagelied
er öffnet sich und schickt die Flut.
Die Mutter weiß was heut’ geschieht,
die Mutter schützt ihr eigen Blut.
 
Es brechen Blitze durch die Luft,
es donnert laut, die Erde bebt.
Ein Gott, der laut nach Opfern ruft,
ein Gott, der jäh nach Rache strebt.
 
Oh Mutter, gib mich jetzt nicht her,
verlass mich nicht in dieser Zeit.
Doch Mutters Angst, sie wiegt so schwer
Doch Mutters Angst, wird Einsamkeit.
 
Sie löst die Hand und geht allein,
sie hört ihr Kind so laut im Wind.
Die Schreie werden Wunden sein,
die Schreie, die wie Nesseln sind.
 
Sie rettet sich und ist verloren,
kein Gott erhört der Mutter Not.
Ihr Kind, das sie in Schmerz geboren,
ihr Kind, das sie geschenkt dem Tod.
 
Die Jahre, die sie nun nicht hatten,
verlebt sie ohne ein Gefühl.
Der Wind malt abends Kinderschatten,
der Wind bleibt bei ihr, still und kühl.
 
Autorin
Registriert
14.12.08
Beiträge
620
Hallo Gretas Traum!
 
Das ist ein schönes interessantes Werk. Allerdings verstehe ich die Wendung bzw. den Höhepunkt dessen nicht.
 
Viele Grüsse!
mystic
 
Registriert
01.08.07
Beiträge
327
uuh...gruselig. erinnert mich sehr an den erlkönig von der stimmung her. sehr gut geschrieben.
 
Autorin
Registriert
14.12.08
Beiträge
620
Wollte der Erlkönig nicht das Kind retten? Das lese ich hier nicht raus. Der volle Einsatz des eigenen Lebens für das Kind scheint hier ja nicht statt zu finden.
 
mystic
 
Autor
Registriert
21.04.08
Beiträge
184
hey,
 
also ich find das ding einfach nur genial ...
das ist genau die art dramatik und schmerzfülle, die einem echt durch mark und bein geht ... kunstvoll aber wiederum auch nicht so verwoben, als dass sie für den unbedarften leser nicht mehr nachvollziehbar wäre ..
ich kann nicht mehr dazu sagen als ... in meinen augen PERFEKT!
 
mit einem weinenden auge sehr gern gelesen^^
 
lg jörn
 
 
nachtrag: also iwie erinnert mich das ein wenig an mein "mutterliebe" .. nur eben genau andersherum^^ ...
 
Autor
Registriert
28.05.09
Beiträge
32
Lieben Dank,
 
Ziel war es hier, sprachlich etwas klassischer zu schreiben, aber trotzdem nicht langweilig zu werden.
Freut mich sehr, wenn ich etwas unterhalten konnte.
 
 
Liebe Grüße
GT
 

Empfohlene Themen

Beliebte Themen

Oben