Des Pudels Kern

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Des Pudels Kern
Wer wandelt so spät durch Tag und Wind?
Es sind mein Pudel Goethe und ich, fast sind wir blind!
 
Verlor ihn kurz aus meinen Augen, sie sind alt.
Wo bist Du Goethe in diesem dunklen Wald?
Bald hör’ ich laut den Pudelkummer,
er hebt mein Herz aus seinem Schlummer.
Ein leises Jaulen hat sich rasch verstärkt,
ich habe sein Schicksal zu spät bemerkt!
 
Am Rand des Wegs, zur rechten Hand,
sich doch mein kleiner Goethe fand!
Wo war mein Pudel? Hat er sich verirrt?
Mein Goethe scheint wohl sehr verwirrt!
Er schleift zu mir in kleinen Schritten,
mich dünkt doch sehr, er hat gelitten!
Gesenkt der Kopf und sein Gewimmer,
sehr frei nach Faust: „Es geht nicht schlimmer!“
 
Ich lieb’ den Pudel mit seinem Kern,
der spricht zu mir, mal leis’, mal laut,
mal kläffend, wimmernd, immer gern.
Er hat sich an den Falschen getraut,
nichts bös gemeint, das liegt ihm fern,
ein Waschbär war es, keine Pudelbraut!
 
Er wollt’ wohl wieder imponieren,
mit seinem Stöckchen stolz flanieren.
Der Waschbär kannte nicht den Grund,
er fauchte wohl mit seinem Mund!
Dies hat den Pudel angekratzt –
schon wieder ist sein Traum geplatzt.
 
Das hat sich oft so wiederholt,
der Pudel hat sich stets erholt.
Gestreichelt übers teure Fell,
so kläfft mein Pudel wieder hell.
Aus seinem Kern strahlt neue Freude:
„Komm bei Fuß, das war’s für heute!“
 
Autorin
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Ein ausdruckstarkes Gedicht über die Freundschaft zwischen Mensch und Tier. Gerne gelesen 
 
Liebe Grüße anais 
 
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Hallo Ikaros,
ich finde deinen Text sehr amüsant und habe ihn sehr gerne gelesen!
 
Grüßend Freiform
 
  • Freiform
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