Feedback jeder Art Die Teufelin

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Durch Treue sie besticht,
der fesche, stolze Mann,
erfüllt nur seine Pflicht,
im Lager nebenan.
 
Kehrt von der Arbeit heim,
den ganzen Tag nur morden,
wie fade muss das sein,
so viele wertlos Horden. 
 
Verdeckt durch hohe Bäume,
ihr schönes stattlich Heim,
die Wachtürme und Zäune,
wo Blumen schön gedeihn.
 
Die Asche düngt den Garten,
ganz prächtig steht er da,
sie muss nicht lange warten,
die Öfen sind ganz nah.
 
Die Auschwitz-Königin,
ganz liebevoll benannt,
die abgebrühte Zeugin,
als gleichgültig bekannt.
 
Sie wohnt mit ihren Kindern,
in ihrem schönen Haus,
und niemand wird sie hindern,
sie lebt in Saus und Braus.
 
Sie liebte dieses Leben,
"ich hab doch nichts getan",
viel Böses hat's gegeben,
und sie steht vorne an. 
 
 
 
 
 
 
 
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Wow Tulpe,
 
wieder mal gelungene lyrische Dramatik, du hast den natürlichen Poeten Nimbus, denn deine Metrik ist wahrlich ausgereift, was ich bei vielen hier nicht bestätigen kann, weiter so...
 
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Hallo @Tulpe
 
dein zweiter Text zu dem Thema geht noch tiefer und die Kontraste lassen das Grauen hinter dem Haus noch grausamer Erscheinen, als es sowieso schon ist. 
 
Aber mit ein paar Dingen hab ich hier meine Probleme. Das wäre zum einen der Titel. Ich finde nicht das so eine Person es verdient hat, dass ein Gedicht nach ihr benannt wird. Zumindest nicht mit vollem Namen. Ich hätte einen Titel wie: "Die Teufelin" gewählt. So wurde sie ja auch genannt, die Teufelin von Auschwitz. 
 
Zum zweiten ist es diese Stelle: 
 
doch müssen sie erst braten,


die Öfen sind ganz nah.
Eine Gans wird im ofen gebraten. Aber sicher kein Mensch. Dieser verbrennt zu Asche. Gebraten erinnert an Braten. Das hier hat aber nichts mit Essen zu tun. Die Stelle solltest du wirklich ausbessern. Sonst wird es echt geschmacklos, bei so einem delikaten Thema. 
 
LG JC
 
Autorin
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@Joshua Coan Hallo Joshua
Danke für deinen Kommentar! Das Wort habe ich gleich raus genommen. Es ist mir nicht aufgefallen, wie unpassend es ist! Habe dem Gedicht jetzt den Titel "Die Teufelin" gegeben. Passt ja gut, wenn sie so genannt wurde.
LG Caro 
 
ehemaliger Autor
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Liebe Caro, wieder so ein großartiges Gedicht ueber Deutschlands dunkle Vergangenheit.Mindestens ein Hoess-Kind wurde in dieser Zeit geboren. Das bizarre Ehe- und Familienglück neben der Todesfabrik truebte, dass Mann Rudolf unter den weiblichen Häftlingen eine Geliebte hatte. 
Besonders erschütternd, dass Hedwig keinerlei Mitgefühl wenigstens mit den ermordeten Kindern hatte. "Saus und Braus" ist relativ. Gegenüber den KZ-Häftlingen und normalen deutschen Familien im Krieg sicherlich. Aber im Vergleich zu wirklich Reichen eher gehobener Mittelstand. 
In Hoess' "Dienstzeit" starben pro Tag bis zu 3000 Menschen. 
Wie viel Potenzial zu Bösem steckt wohl in uns selbst? LG Stephan
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Autorin
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Hallo Stephan 
Hoffentlich werden wir es nicht herausfinden müssen.
LG Caro 
 
ehemaliger Autor
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Hallo Stephan 


Hoffentlich werden wir es nicht herausfinden müssen.


LG Caro 
Wir werden ja jetzt schon medial und politisch in die Geschichte zurück geworfen...the history book on the shelf is allways repeating his self...
 
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