Feedback jeder Art Gevatter Urian

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  • Hayk
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Der Winter ist recht unbeliebt
bei mir und vielen Tausend andern.
Mag sein, dass es Verrückte gibt,
die freudig durch den Schneematsch wandern.

 
Es beißt die Kälte an den Ohren,
die Zehen jammern laut nach Wärme.
So manche Nase ist erfroren,
nur Glühwein heizt mir mein Gedärme.

 
Der Schnee, zuerst ganz weiß und friedlich,
vergräbt mein Auto unter Flocken.
Vielleicht empfindets mancher niedlich -
ich kann beim Schippen nicht frohlocken.

 
Wer nie in winterkalter Nacht
bei Minusgraden bibbernd fast erfror,
der spreche nicht von Zaubermacht
und einem Zauber gar im Moor.

 
Ja, Niklas, komm in unser Haus,
bring dein Rentier gleich mit rein,
nicht mal nen Hund jagt man hinaus,
wenns wieder mal beginnt zu schnein.

 
Gar grimmig fegt der Sturm ums Haus
und rüttelt lärmend an den Türen.
Das will ich nicht - und ei der Daus,
ich fluche seinen frostigen Allüren!

 
Der Tee mit Rum ist meine einzge Wonne,
ich hülle mich in wollne Decken ein
und tränke unter warmer Frühlingssonne
viel lieber kühlen Wein vom Vater Rhein.

 
Denn in sonndurchglühten Räumen,
da pfeif ich auf die Kerzenfunzeln,
komm, lass uns von dem Frühling träumen
und über Winterlinge schmunzeln.

 
Der Winter ist ein Urian,
er möge sich alsbald verpissen.
Ich liebe sehr, man hörts mir an,
der Veilchen Duft, das Leuchten der Narzissen.

 
Autor
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25.05.20
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Lieber Heinz,
 
ein schönes und originelles Antiwintergedicht!
 
Mit Freude gelesen.
Grüße von gummibaum
 
 
dein Rentier bring gleich mit herein,
Denn in den sonndurchglühten Räumen
 
Registriert
17.10.18
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1.504
Lieber @Hayk, ein Gedicht ganz nach meinem Geschmack .
 
Bei uns gehört der Schnee mittlerweile allerdings zur Liste der Sehnsüchte.
 
Liebe Grüße vom Niederrhein - Melda-Sabine
 
Autorin
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10.01.20
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1.939
Hallo Hayk,
 
ein sehr schönes Gedicht über die Tücken des Winters, den ich ohnehin schon lange nicht mehr so wie an Kindertagen erlebt habe.
 
Lieben Gruß, Letreo
 
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13.05.20
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2.214
Ach @Hayk, du warst wohl niemals hier,  im schönen Österreich.  
Hier ist der Schnee samt' n weiß
deckt zu dem Wintermärchen gleich
die Hügel, Wälder, rieselnd Quell
man stapft hindurch zu jeder Stell, 
hat handgestrickte Fäustling an, 
zieht alle stets in seinen Bann 
und wenn die Nase tropfend rinnt, 
geht man ins Haus, um ganz geschwind
am Feuer die Glieder anzufachen, 
derweil gibt's Kekse, Tee, so Sachen
und ist die Freude mir gewiss,  
gäbs ihn nicht,  ich ihn vermiss.
 
Komm einfach mal vorbei und wir gehen Schlitten fahren  :hiya:
Sonja 
 
 
 
Autor
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12.02.20
Beiträge
651
Liebe Sonja,
selbstverständlich war ich schon als Gast in Deiner wunderschönen Heimat. Ich habe gern die 800 Kilometer in Kauf genommen, um - sehr oft fast ehrfürchtig - die überwältigenden Eindrücke zu genießen.  Ich erinnere mich auch gern an einige Wintermonate in meiner angestammten Thüringer Heimat, an Schneeballschlachen im Sauerland und die verschneite Mecklenburger Seenplatte (noch vor Weihnachten werde ich aus dem Rheinland wieder nach Mecklenburg umziehen).  Aber ich bin nunmal ein Frühlingsgeborener und liebe die Wärme, die Blumen, das Plätschern in sonnengewärmten Seen. 
Dein Gedicht ist eine ausgezeichnete Werbung für Dein Land, aber wenn ich ihr erliege, dann lege ich den Weg lieber mit Sommerreifen zurück.
Liebe Letreo, liebe Melda-Sabine, liebe Gina und anais,
herzlichen Dank für Eure Wortmeldungen!
Ich hoffe, meine Verse haben mich nicht zum Winterhasser gestempelt. 
 
Liebe Grüße Euch allen!
Hayk
 
  • Hayk
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