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 Ich will an meinen Glauben halten
 
Nichts kann den Schmerz in meinem Herzen lindern,
es ist allein, in Trauer, gramerfüllt;
mein einzig Kind mit Leinentuch verhüllt
nahm sich der Tod, ich konnte ihn nicht hindern.

Doch will ich mich an meinen Glauben halten,
treu hoffen, dass ihm Gnade wird gewährt,
so, wenn mein Kind zum Himmel dann auffährt,
will zum Gebet ich still die Hände falten.

Ich werde mich vor meinem Gott verneigen,
voll Liebe ihn in tiefer Demut loben,
ihm meinen Dank für seine Güte zeigen.

Auch wenn um mich des Lebens Stürme toben,
hör ich doch sein verheißungsvolles Schweigen,
weiß so mein Kind geborgen bei ihm droben.

© Curd Belesos
 
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Lieber Curd,
 
über den Tod von Kindern - der größte Schmerz, der Eltern widerfahren kann - sind schon unzählige Gedichte verfasst worden. Einige davon sind mir begegnet, und deines ist das Erste, das mir gefällt (falls dieses Wort angesichts des tragischen Themas angebracht ist): Voller Gefühl, aber ohne kitschiges Sentiment.
 
Unterstreichen und hervorheben möchte ich die Differenzierung zwischen Gott und dem Tod, die du hier vornimmst: Es ist der Tod, der das Kind mit sich nahm. Nicht etwa Gott, weil er einen neuen Engel brauchte, wie es in Trauerreden und Nachrufen immer wieder heißt, Letzteres eine Vorstellung, die an Geschmacklosigkeit nicht zu überbieten ist.
 
Gott betrachtet den Tod, der infolge der Erbsünde über die Menschheit kam, als seinen Feind, wie es zum Beispiel in 1. Korinther 15,26 deutlich heißt: "Der letzte Feind, der vernichtet wird, ist der Tod." Wann das sein wird, weiß allein unser Vater im Himmel (nicht einmal Jesus weiß es, laut eigener Aussage), aber bis dahin sind die Toten in Gottes Gedächtnis geborgen, wie es die letzte Strophe deines Gedichtes andeutet.
 
Ich hoffe dieses Mal besonders innig, was wir ja immer beteuern: Dass das lyrische Ich nicht mit dem Verfasser identisch ist, und sende für den Fall, dass doch autobiografische Bezüge vorliegen, ganz besonders herzliche und hoffentlich tröstliche Grüße
 
Cornelius
 
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Lieber Cornelius,
danke für deine Einlassung zum Glauben.
Nein, es ist nicht autobiografisch.
Curd
 
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1.775
@curd belesos @Cornelius Ein tiefes Thema. Dass Kinder vor den Eltern sterben, war  Jahrhunderte, Jahrtausende lang nicht ungewöhnlich. Heute passiert es fast nur noch in Kriegszeiten. Oder in sehr armen Ländern. 
Wie viel Leid hatte der evangelische Liederdichter Paul Gerhard selbst erfahren, der auch den Dreißigjährigen Krieg durchlitt. 
Curd, dein Gedicht erinnert mich an das Schicksal des heutigen christlichen Liedermachers und Autoren Arne Kopfermann. Er verlor bei einem Autounfall, den er selbst verschuldet hatte, sein einziges Kind. Eine einzige Unachtsamkeit und das Leben verändert sich komplett. Dennoch haelt er, der Sohn des einst berühmten, inzwischen verstorbenen charismatischen Pastors Kopfermann von St. Petri in Hamburg, am Glauben fest. Unter schwierigsten Bedingungen. Vorbildlich wie einst Hiob. 
Danke euch beiden für berührende Texte LG Stephan
 
 
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