Aber ich beschreibe doch das Grauen in dem sie leben.
Hallo Caro,
ja, du zeigst das Grauen recht eindrücklich und weitgehend ohne Wertung. DAS ist die Kunst bei einem lyrischen Text. Großes Kino - bis auf dieses einzige bewertende Wort "erbärmliche".
Ich würde hier nochmal überlegen, ob sich nicht etwas wertfrei Anschauliches finden lässt, und lasse ein paar Anregungen da:
Wir packten eine Tasche,
sie holten uns geschwind,
und leise rieselt Asche,
ist es die Frau, das Kind?
Sie fällt grad auf die Erde,
die grau und staubend ist,
blau-weiß gestreifte Herde,
die Dreck und Ohnmacht frisst. -
Dreck und Unrat?
Erbärmliche Gespenster, -
evtl gehorchende
im Marsch hinaus durchs Tor,
wir sehen in ein Fenster,
die Knochen schauen hervor. -
schaun wäre metrisch passender
Ich will dies überleben, -
Punkt oder Ausrufezeichen
wofür das frag ich mich -
Wofür? Das frag ich mich,
es ist niemand mehr da, -
denn niemand ist mehr da
kein wir mehr, nur noch ich.
Ein Vorschlag für "erbärmlch" lässt sich nicht aus dem Hut zaubern. Ich überlege aber gerne mit, falls du Interesse hast. Das kann schon eine Weile dauern. Auch für "Ohnmacht" ließe sich vielleicht noch etwas Gegenständliches finden. "Schläge" oder "Prügel" passen nicht gut zum fressen, wären aber dennoch schon besser als Ohnmacht.
Der Trick ist: Bring die Lesenden dazu, die Wörter "erbarmungswürdig" und "Ohnmacht" zu denken, ohne sie ihnen vorzusagen!
Gute Arbeit! Respekt!
LG Claudi